Die Versicherungsgesellschaften Helvetia und Nationale Suisse wollen zusammengehen und so zur «klaren Nummer 3» im Schweizer Versicherungsmarkt werden. Helvetia unterbreitet den Aktionären der Nationale Suisse ein öffentliches Kauf- und Tauschangebot.

Der Verwaltungsrat von Nationale Suisse empfiehlt den Aktionären der Versicherungsgesellschaft, das öffentliche Angebot anzunehmen, wie es in einem Communiqué der beiden Firmen vom Montagmorgen heisst. Pro Nationale-Suisse-Aktie sollen die Aktionär einen Gegenwert von 80 Franken in bar und neue Aktien erhalten.

Ersparnis von bis zu 120 Millionen Franken jährlich

Die neue Versicherung soll unter der Marke Helvetia auftreten, wie es weiter heisst. Die beiden Unternehmen erhoffen sich durch die Übernahme Kosteneinsparungen in der Grössenordnung von 100 bis 120 Millionen Franken pro Jahr. Die Transaktion soll nach den Plänen der Unternehmen im zweiten Halbjahr 2014 abgeschlossen werden.

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Beschäftigen soll die neue Gruppe rund 7000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zum Umfang des Stellenabbaus machen die Firmen keine direkten Angaben. Während zwei bis drei Jahren wollen sie aber «viele Stellen von ausscheidenden Mitarbeitenden» nicht mehr besetzen. Die Führung der neuen Gruppe soll aus Personen beider Gesellschaften gebildet werden.

Der Zusammenschluss solle zu einer «starken» Versicherungsgruppe führen, die rund 9 Milliarden Franken Prämien einnehmen und ein Gewinnpotenzial von über 500 Millionen Franken haben soll. Im Schweizer Markt allein soll das Prämienvolumen der neuen Gruppe rund 5 Milliarden Franken betragen.

Übernahmegerüchte halten sich seit einiger Zeit

Spekulationen über eine Übernahme der Nationale Suisse halten sich seit einiger Zeit. Bereits Anfang Juni hatte Konzernchef Stefan Loacker gesagt, er wolle den Anteil an Nationale Suisse ausbauen. Er wolle die Beziehung «einvernehmlich und im gegenseitigen Interesse« weiterentwickeln, so Loacker gegenüber der «Finanz und Wirtschaft». Bisher hält Helvetia einen Anteil von 17 Prozent.

Da neben Helvetia auch die Versicherungsgesellschaft Mobiliar ihre Beteiligung an Nationale Suisse in den vergangenen Monaten aufgestockt hat, machten Gerüchte über einen Übernahmekampf die Runde. Mit über 19 Prozent war die Mobiliar im April grösste Aktionärin der Nationale.

(sda/me/gku)