1. Home
  2. Unternehmen
  3. «Mega Win»: Auch Migros-Gewinnspiel vermutlich illegal

«Mega Win»: Auch Migros-Gewinnspiel vermutlich illegal

«Das grösste Migros-Gewinnspiel aller Zeiten» ist möglicherweise illegal. (Bild: Screenshot)

Nicht nur Coop mit «Simsala Win», sondern auch Konkurrent Migros verstösst möglicherweise gegen das Gesetz. Die Lotteriekommission Comlot ermittelt gegen beide Grossverteiler.

Veröffentlicht am 20.11.2012

Für Manuel Richard, den Geschäftsführer der Lotteriekommission Comlot, ist der Fall klar: «Prima vista sieht es für uns nach einer illegalen Veranstaltung aus», sagte er gestern gegenüber der Konsumsendung «Espresso» von Schweizer Radio DRS. Gemeint war das Coop-Gewinnspiel «Simsala Win», bei dem in der Schlussverlosung unter anderem eine halbe Million Franken in bar winkt.

Heute ist klar: Auch die Migros ist ins Visier der Comlot geraten. Auch hier lautet der Vorwurf: Kunden, die gratis am Spiel teilnehmen wollen, würden benachteiligt. «Denn auf dem Gratisweg kann man weniger ‹Mega Win›-Klebebilder beziehen als beim Einkauf an der Kasse», stellt «Espresso» fest.

Erhöhte Chancen bei einem Einkauf

An der Migros-Kasse erhält man pro 20 Franken Einkaufssumme vier Klebebilder. Maximal können pro Einkauf 40 Bilder bezogen werden. Die Kunden seien jedoch bei jedem weiteren Einkauf erneut bezugsberechtigt, heisst es im Bericht.

Wer gratis am Migros-Spiel teilnehmen will, könne laut «Espresso» der Migros pro Tag ein Wettbewerbsformular schicken - pro Formular gebe es dann 12 Klebebilder. Dieses Verfahren sei laut Richard nicht chancengleich.

Grossverteiler geben sich gelassen

Auch in diesem Fall solle noch diese Woche die Entscheidung fallen, ob die Comlot eine Strafanzeige einreichen werde. «Wir sind der Meinung, dass die Bestimmungen des Lotteriegesetzes eingehalten sind», sagte Migros-Sprecherin Monika Weibel gegenüber Schweizer Radio DRS.

Ähnlich tönt es beim Grossverteiler Coop: «Wir lassen das auf uns zukommen», erklärte Sprecherin Sabine Vulic gestern.

Grund zur Sorge besteht ohnehin nicht: Das Lotteriegesetz sieht eine maximale Busse von 10'000 Franken vor.

(vst)

Anzeige