Der Bösewicht des globalen Immobilienmarktes sind die Wohnbauten. Das Platzen der amerikanischen Wohnimmobilienblase löste eine gewaltige Krise aus, und inzwischen verdichten sich auch in der Schweiz die Alarmzeichen: Die Nationalbank gab vor Kurzem bekannt, sie werde den Hypothekenmarkt näher unter die Lupe nehmen. Und nun warnt Avenir Suisse davor, die Schweiz sei auf dem direkten Weg in eine Immobilienblase - angesichts einer Preissteigerung auf dem schweizerischen Wohneigentumsmarkt von 40% innerhalb von zehn Jahren eine nachvollziehbare Sorge.

Doch die Wolken über den Wohnbauten bedeuten nicht, dass es auf dem Markt der Geschäftsimmobilien keine Gefahren gibt. Experten warnen seit längerem, in den USA werde die nächste Blase bei den Geschäftsliegenschaften platzen. Wie einer der Artikel in diesem Special zeigt, sind allzu grosse Sorgen vorerst nicht angebracht. Längerfristig könnte es aber heikel werden, denn irgendwann müssen die Kredite für all jene Gebäude refinanziert werden, die in den Boomzeiten gebaut wurden und darum sehr hoch bewertet sind.

Im Schweizer Markt für Geschäftsimmobilien sind solche Sorgen zwar unnötig - selbst dann, wenn die Schwäche des Euro den Schweizer Aufschwung wieder ins Stocken bringen sollte. Doch selbst wenn etwa in der Stadt Zürich die Hochhäuser in die Höhe wachsen, ist ein Ende des Booms absehbar. Viele Firmen zahlen in ihrer Liegenschaft heute mehr Miete, als sie berappen müssten, wenn sie sich einen neuen Firmensitz suchen würden. Die vielen neuen Bauten, die demnächst auf den Markt kommen, werden diese Situation verschärfen.

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Viele Investoren wollen sich vor dem Auf und Ab der Immobilienmärkte schützen, indem sie auf sogenannte grüne Gebäude setzen. Die Überlegung: Zum einen wird die Energie ohnehin immer teurer, was die Attraktivität von energiesparenden Gebäuden erhöht. Zum anderen setzen Öffentlichkeit und Politik zunehmend auf Öko, was die Vermarktungschancen von grünen Gebäuden weiter erhöht. All das ist gut und recht, doch ganz so einfach ist das Investieren auch hier nicht: Ökologisches Bauen will gelernt sein. Benutzt man in stark gedämmten Gebäuden die falschen Materialien, hat man rasch ein ungesundes Innenraumklima - und neben dem finanziellen auch einen grossen Imageschaden. Ist der Bau dann fertiggestellt, können ihn die Bauherren mit einer Vielzahl von Nachhaltigkeitslabeln bekleben - die Übersicht und die Vergleichbarkeit bleiben da bald einmal auf der Strecke.