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Strategie
Mehr als Köttbullar: Ikea serviert vegane Menus

Ikea-Mitarbeiterin: Das Einrichtungshaus setzt auf den veganen Ernährungstrend. Getty

Ikea sieht weitere Wachstumschancen in der Schweiz. Das schwedische Einrichtungshaus will Kunden neu auch mit veganen Gerichten anlocken.

Veröffentlicht am 25.10.2017

Der schwedische Möbelriese Ikea hat im Geschäftsjahr 2016/2017 in der Schweiz weniger Umsatz verloren als der Markt. Laut Ikea ist das Wachstumspotenzial noch nicht ausgereizt. Mit Online-Verkäufen und günstigeren Heimlieferungen will Ikea auch weisse Flecken erschliessen.

Ikea-Schweiz-Chefin Simona Scarpaleggia weiss, wie es innerhalb der vier Wände von Herr und Frau Schweizer aussieht. In der Stube sei Schweizern Qualität wichtig, im Schlafzimmer setzten sie eher auf Funktionalität. Ikea, das mit Abstand grösste Einrichtungsunternehmen der Schweiz, profitierte die letzten Jahr davon, dass die Kunden vermehrt aufs Portemonnaie schauten. Während der Gesamtmarkt letztes Jahr um 1,3 Prozent schrumpfte, sank der Umsatz von Ikea im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016/16 (per Ende August) lediglich um 0,8 Prozent auf 1,05 Milliarden Franken. Allerdings war das Vorjahr laut Scarpaleggia ein Rekordumsatzjahr.

Heimlieferungen in neue Gebiete

Sie glaube nicht, dass Ikea den Zenit hierzulande bereits überschritten habe. Noch habe Ikea weisse Flecken auf der Schweizer Landkarte. Orte, die weit weg seien von Einrichtungshäusern, will Ikea mit dem Online-Angebot besser erschliessen. Um attraktiver zu werden, hat Ikea die Preise für Heimlieferungen seit August deutlich gesenkt. Die Lieferkosten würden nicht mehr nach Entfernung, sondern nach dem Einkaufswert berechnet, sagte die Ikea-Chefin. Im laufenden Geschäftsjahr sollen 1,3 Millionen Franken in die Heimlieferung investiert werden.

Die Ikea-Chefin sieht grosse Veränderungen im Einkaufsverhalten. Während die neun Ikea-Einrichtungshäuser hierzulande Umsatz verloren, erhöhten sich die Online-Umsätze um 19,7 Prozent. Sie machen inzwischen 6 Prozent des Umsatzes mit Möbeln aus. Die Region Zürich allein trage einen Drittel zum Online-Umsatz bei. Viele junge Menschen würden keine Autoprüfung machen und kauften Möbel online.

Pop-up in der Zürcher Innenstadt

Für Kunden, die nicht ins Auto steigen wollen, betreibt Ikea seit letztem Monat in der Zürcher Innenstadt einen Test mit einem sogenannten Pop-up-Store – eine Art Showroom. Ikea-Mitarbeitende helfen dort bei Online-Bestellungen - was vor allem auf die ältere Generation abzielt. Der Test dauert bis Ende Januar. Weitere Pop-up-Stores in anderen Städten würden erwägt.

Für die Online-Käufer richtete Ikea zudem letztes Jahr neue Abholpunkte ein. Sogenannte Pick-up-Points gibt es in Chur, Berneck (SG) und Bedano (TI). Insgesamt beschäftigt Ikea Schweiz 2800 bis 3000 Angestellte.

Vegane Menus

Ikea erzielt hierzulande mit Lebensmitteln 69 Millionen Franken Umsatz - mehr als mit Online-Verkäufen. Laut Scarpaleggia dürfte das Online-Geschäft das Food-Geschäft aber bald überholen. In der Gastronomie bietet Ikea schon lange mehr als die berühmten Fleischbällchen. Neu lancierte Ikea vegane Menus. Die Wachstumsdynamik von Ikea hat sich auch international abgeschwächt. Die Ikea-Gruppe ist im vergangenen Geschäftsjahr um 3,8 Prozent auf 34,1 Milliarden Euro gewachsen, deutlich weniger als in den Vorjahren.

(sda/mbü)

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