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Ausblick
Mehr als nur Visionen

Kommissioniergasse einer automatischen Kleinteile-Logistik-Anlage bei Migros. Bild: Tina Sturzenegger

Neue Technologien und Konzepte könnten in der Logistikbranche zu grundlegenden Veränderungen führen. Noch stecken sie in den Kinderschuhen - zukunftsgerichtete Lösungen sind gefragt.

Von Roberto Stefano
am 26.11.2014

Die Industrie und mit ihr die Logistikbranche stehen vor bedeutenden Veränderungen. Während die Industrie sich noch mit den Auswirkungen der Globalisierung und der zunehmenden Arbeitsteilung auseinandersetzt und neue Lösungen entwickelt, entstehen in der Logistikbranche bereits neue Visionen und Ansätze, welche die Prozesse in den Unternehmen radikal reformieren könnten.

Eine Umschreibung dafür lautet «Industrie 4.0». Das Konzept beschreibt die Verschmelzung der Maschinen mit der digi­talen Welt. In der vierten industriellen Revolution sollen die Produkte der Zukunft intelligent werden, jederzeit wissen, wo sie innerhalb des Produktionsprozesses stecken. Sie werden ihre Historie und ihren aktuellen Zustand kennen sowie die Herstellungsschritte, die ihnen zum fertigen Produkt noch fehlen. Dieses Know-how ermöglicht eine viel schnellere Produktionszeit, bis die Artikel auf den Markt gelangen. Es sollen weniger Ressourcen verbraucht werden, wobei die Artikel gleichzeitig individueller gestaltet werden können. Noch befindet sich «Industrie 4.0» in den Kinderschuhen. Die Logistikbranche erhofft sich durch die neuen Lösungen erhebliche Effizienzgewinne. Auf strategischer Ebene braucht es dafür allerdings ganz neue Ansätze.

Das zweite Stichwort, welches insbesondere die Logistikbranche umkrempeln könnte, heisst «Additive Manufacturing». Beim dreidimensionalen Drucken erfolgt der Aufbau von Bauteilen computergesteuert aus einem oder mehreren flüssigen oder festen Werkstoffen. Zu denken ist dabei an Kunststoffe, Kunstharze, Keramiken oder mittlerweile auch an Metalle.

Dieses Verfahren hat inzwischen bereits eine gewisse Marktreife erlangt und in der Industrie Einzug gehalten. Die Palette der Anwendungen reicht von Prototypen bis zur kleinen Serienfertigung. Nach wie vor steht aber auch diese Technologie in der Anfangsphase. Die Vision sieht jedoch den kompletten Ersatz von physischen Warentransporten durch digitale Datenströme vor.

Für die Logistikbranche wäre dies eine einschneidende Veränderung. Noch müssen sich Logistikkonzerne keine Sorgen um ihre Arbeit machen. Die Entwicklung sollten sie aber genau verfolgen und ihr Geschäft regelmässig auf diese neue Strömung überprüfen. Innovative Lösungsansätze sind gefragt.

Dass die Schweizer Logistikbranche hiermit wenig Probleme hat, beweist unter anderem der jährlich vergebene Swiss Logistics Award, mit dem neue und zukunftsweisende Leistungen ausgezeichnet werden.

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