Im schweizerischen Gesundheitswesen existieren bei der Kostenübernahme zwei unterschiedliche Systeme: Nämlich jenes der Krankenversicherung und jenes der Unfallversicherung.

Die Krankenversicherungen arbeiten nach dem Kostenerstattungsprinzip. Sie bezahlen die Rechnung nach erfolgter Behandlung. Sie haben damit keinen direkten Einfluss auf die Behandlungskette. Die Fallführung liegt ausschliesslich beim Arzt. Die Krankenkassen kennen auch die Diagnose nicht und müssen versuchen, diese anhand der verordneten Medikamente zu eruieren.

Von Anfang an dabei

Erfolgversprechender wäre es, bereits während der Behandlung Einfluss zu nehmen, so wie es die Unfallversicherungen tun. Diese arbeiten nach dem Naturalleistungsprinzip. Hier ist der Versicherte sozusagen Empfänger einer von der Versicherung organisierten Leistung. Der Versicherer kann diese selber erbringen oder Dritte dazu verpflichten.

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Ist Letzteres der Fall, ist der Unfallversicherer berechtigt, aktiv auf die Behandlungskette Einfluss zu nehmen. Er haftet denn auch für die erbrachte Leistung. Dieses Rechtsverhältnis zwischen Versicherer und Leistungserbringer (Arzt, Spital etc.) ist der entscheidende Unterschied zwischen dem Naturalleistungsprinzip und dem Kostenerstattungsprinzip.Die Suva betrachtet einen Unfall integral, denn sie kommt nicht nur für die Behandlungskosten, sondern auch für die Taggelder und Renten auf. Zwar kann ein von Beginn weg optimal behandelter Unfall durchaus zu höheren Behandlungskosten führen. Allerdings sind diese in der Regel eine Investition, um die Taggelddauer zu verkürzen oder die Invalidität zu verringern oder gar zu vermeiden.

Eine integrale Versorgung vom Unfall bis zur Wiedereingliederung ist nur durch eine optimale und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Leistungserbringern und Versicherern zu erreichen. Die Suva bietet eine zielgerichtete Fallbegleitung, die Übernahme von innovativen Leistungen, eine faire Honorierung, aber auch eine konsequente Leistungs- und Rechnungskontrolle.

Kosten um 38 Prozent gesenkt

Eine wichtige Rolle spielt der eigene ärztliche Dienst. Er beurteilt zusammen mit Versicherungs- und Tarifexperten die Kostenübernahme von innovativen Behandlungsmethoden, etwa neuartige prothetische Versorgungen wie die Hightech-Prothese C-Leg oder den Suva-Sensor zur Steuerung von Handprothesen. Die Suva-Innovation mit der grössten Wirkung ist das New Case Management. Komplexe Fälle werden durch Case Manager betreut. Ziel ist es, die verunfallte Person bestmöglich wiedereinzugliedern. Seit der Einführung 2003 konnten so die Kosten der neuen Invalidenrenten um 38% und dadurch auch die Prämien gesenkt werden.