Die Telekomanbieter Swisscom, Orange und Sunrise überziehen die Schweiz mit eigenen Shops. Zudem bauen sie trotz Rezession zahlreiche bestehende Läden aufwendig um. Laut Recherchen der «Handelszeitung» präsentiert Orange nach dem Kauf der Ladenkette CityDisc Mitte Februar ein neues Shop-Konzept, das der Verschmelzung von Telekom- und Unterhaltungs-Dienstleistungen Rechnung trägt. Bis Ende 2009 werden zu den 48 Orange-Shops 30 neue dazukommen.

Auch die Swisscom will ihr Ladennetz weiter ausbauen - obwohl sie bereits 170 Shops betreibt. «Wenn ein neues Einkaufszentrum entsteht, überlegen wir, ob wir auch dort einen Shop eröffnen», bestätigt Konzernchef Carsten Schloter. Über die eigenen Läden will er vermehrt die Vorteile von Bluewin TV oder die exklusiven Sportrechte vermarkten. Und Sunrise will die Anzahl Zentren innert Jahresfrist von 48 auf rund 70 erhöhen. Bestehende Shops werden zudem umgebaut.

Warum der teure Ausbau? Orange-Sprecherin Therese Wenger sagt: «In anderen Verkaufskanälen gibt es für den einzelnen Anbieter wenig Raum, sich von den Mitbewerbern abzugrenzen und Zusatzdienstleistungen anzubieten.» Und für Schloter ist wichtig, dass die Kunden in den Shops «kompetente Ansprechpartner finden». Trotz oder gerade wegen dieser Offensive sieht sich Mobilezone-Chef Martin Lehmann jedoch gut positioniert: «Jeder, der Wert auf unabhängige Beratung, ein grosses Sortiment und die Möglich- keit zum direkten Vergleich der Angebote legt, ist bei uns richtig.»

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