Der Schweizer Spitalmarkt ist für die Privatspitäler ein hartes Pflaster. Zu schaffen machen den Kliniken insbesondere die staatlichen Eingriffe. «Diese Eingriffe entziehen die Grundlagen für ein erfolgreiches privates Unternehmertum im Spitalwesen», sagt Petter Kapper, Präsident der Klinikgruppe The Swiss Leading Hospitals und CEO der Sonnenhof AG in Bern. Mittelfristig könnten die Eingriffe gar die Schliessung von einzelnen Privatkliniken mit sich bringen, sagt Kapper.

Belastend sind vor allem die Revision des Krankenversicherungsgesetzes (KVG) und die damit verbundene neue Spitalfinanzierung mit der Einführung von Fallpauschalen sowie das Aufnahmeverfahren für die kantonalen Spitallisten.

Bei den Spitallisten stösst Kapper insbesondere die fehlende Gewaltentrennung sauer auf. «Über die Zusammensetzung der Spitallisten entscheiden die kantonalen Gesundheitsdirektionen, also jene Instanzen, die selber öffentliche Spitäler führen.» Sowohl öffentliche als auch private Kliniken, die auf der Spitalliste sind, haben jeweils ein Anrecht auf staatliche Sockelbeiträge, insbesondere im stationären Bereich.

Damit private und öffentliche Kliniken zukünftig gleich und damit unter Auschluss von jeglicher Entscheidungswillkür behandelt werden, brauche es gemäss Kapper die Einführung eines national anerkannten Qualitätslabels. Dies dürfte auch im Interesse der Patienten sein. «Bis heute fehlen einheitlich definierte und transparente Qualitätsindikatoren, aus denen die einzig relevante Zielgruppe - die Patienten - tatsächlich den Entscheid für oder gegen einen Anbieter von Gesundheitsleistungen ableiten kann», sagt Ole Wiesinger, CEO Privatklinikgruppe Hirslanden.

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Die Veröffentlichung von einzelnen Indikatoren kann aber gefährlich sein. Dies zeigt beispielsweise die Debatte um indikationsbezogene Mortalitätszahlen. «Diese sind für den Patienten ausserordentlich schwierig zu interpretieren und können auch Ängste und eine falsche Lesart auslösen», sagt Wiesinger. Entsprechend müssen in der Forderung nach Qualität verschiedene Indikatoren diskutiert werden. Ein umfassendes klinisches Qualitätsmanagement stütze sich auf die Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität, betont Wiesinger. «Definierte Strukturen beherrschen Prozesse, welche eine nachhaltige Ergebnisqualität garantieren.»

Nun sei es an der Politik, die Rahmenbedingungen für Qualitätsnachweise zu definieren. «Dabei gehören Nachweise zur Struktur- und Prozessqualität genauso dazu wie die Veröffentlichung von Ergebnisindikatoren», sagt Wiesinger.