Der weltweite Wasserverbrauch wird bis 2030 von heute 4500 Mrd Kubikmetern auf 6900 Mrd Kubikmeter zunehmen. Das ist 40% mehr Wasser, als heute verfügbar und nachhaltig erschliessbar ist.

Zu diesem Schluss kommt ein Report der Initiative «2030 Water Resources Group». In dieser Gruppe haben sich letztes Jahr die zur Weltbank gehörende International Finance Corporation, das Beratungsunternehmen McKinsey, Nestlé, Syngenta, Barilla, Coca- Cola, der Bierbrauer SABMiller, die Standard Chartered Bank und New Holland Agriculture zusammengeschlossen, um Lösungen zu suchen.

Eine Kostenfrage

Heute verbraucht die Landwirtschaft 71% der globalen Wasserressourcen, das entspricht 3100 Mrd Kubikmeter. Ohne Interventionen sind es im Jahr 2030 insgesamt 4500 Mrd Kubikmeter Wasser. Die Industrie beansprucht 16%, 2030 sollen es 22% sein. Die Studie errechnete, dass mit technischen Massnahmen die Wasserlücke bis 2030 geschlossen werden könnte. Kostenpunkt: rund 50 bis 60 Mrd Dollar pro Jahr.

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Aufgrund der Bedeutung der Landwirtschaft sind vor allem Verbesserungen beim Anbau und bei der Produktion von Nahrungsmitteln angesagt. Neben effizienter Bewässerung - vor allem dem Stopp der Überbewässerung - sehen die Autoren viel Potenzial in der Produktivitätssteigerung und dem Wasserbedarf der Pflanzen. Hier kommt Syngenta zum Zug (siehe «Nachgefragt»). Der Basler Agrokonzern arbeitet an Saatgut und Pflanzenschutzmitteln, mit denen Erträge gesteigert werden können, sodass netto weniger Wasser nötig ist.

NACHGEFRAGT

Michael Mack, CEO Syngenta

«Dürreresistenter Mais bis 2011»

Welches Risiko stellt der Wassermangel für Syngenta dar?

Michael Mack: Die Wasserlücke ist für Syngenta kein direktes Risiko, hingegen für die mehr als 2 Mrd Bauern weltweit. Wir beteiligten uns am Report, weil er die Steuerungsmöglichkeiten und Kosten zur Schliessung der Wasserlücke aufzeigt. Dabei wird klar, dass Technologie und Innovationen Schlüsselfaktoren sind.

Wo sehen Sie das Umsatzpotenzial für Ihr Pflanzenschutzmittel Invinsa, das gegen Dürre schützt?

Mack: Wir rechnen mit einem Umsatz von rund 500 Mio Dollar im Jahr und hoffen, erste Produkteanwendungen bis nächstes Jahr auf den Markt zu bringen.

Zu den Lösungen zählt Farming ohne Pflügen. Welche Produkte kann Syngenta dazu einsetzen?

Mack: No-till farming kann umgesetzt werden mit Herbiziden, die Pflügen überflüssig machen. Damit bleibt mehr Wasser und CO2 im Boden und es wird auch weniger Treibstoff verbraucht.

Auch im Bereich Saatgut haben Sie Produkte in der Pipeline, die wenig Wasser brauchen.

Mack: Unsere dürreresistenten Technologien kombinieren genveränderte oder natürliche Eigenschaften. Wir planen, 2011 dürreresistenten Mais auf den nordamerikanischen Markt zu bringen.