Die Frankenstärke hinterlässt auch im zweiten Quartal deutliche Spuren bei den Unternehmen der Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie. Sowohl Auftragseingänge wie Umsätze fallen gegenüber dem Vorjahr tiefer aus.

So reduzierten sich das Volumen der neuen Aufträge um 12,3 Prozent, womit der Index der Bestellungseingänge auf den zweittiefsten Stand der letzten 10 Jahre abgesunken ist. Die Umsätze verringerten sich um 6,2 Prozent, wie der Branchenverband Swissmem mitteilte.

Abwärtstrend geht weiter

Damit hat sich der negative Trend gegenüber dem ersten Quartal fortgesetzt, sich jedoch auch leicht abgeschwächt. In beiden Quartalen zusammen gingen die Auftragseingänge gegenüber dem ersten Halbjahr 2014 um 14,7 Prozent, die Umsätze um 7,1 zurück.

Die Stimmung in der Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (MEM-Industrie) ist entsprechend weiterhin schlecht. Fast zwei Drittel der Unternehmen (64 Prozent) erwarten für 2015 gemäss einer Umfrage von Swissmem bei rund 400 Firmen einen Umsatzrückgang zwischen 5 und 20 Prozent. 35 Prozent der Unternehmen rechnen mit einem betrieblichen Verlust. Bei der ersten Umfrage nach dem ersten Quartal rechneten 31 Prozent mit roten Zahlen.

Anzeige

18 Prozent planen Produktionsverlagerungen

Die Unternehmen zeigen sich in Bezug auf das Finanzielle demnach etwas pessimistischer als noch vor drei Monate. Leicht angestiegen ist auch die Zahl der Unternehmen, die bei einem Wechselkurs von 1,05 Franken pro Euro in den nächsten 12 Monaten Produktionsverlagerungen ins Ausland vornehmen wollen. Im ersten Quartal gaben 16 Prozent der Firmen an, solche Pläne zu haben. Im zweiten Quartal waren es 18 Prozent.

Bei den Aufträgen dagegen zeigen sich die Unternehmen optimistischer als noch vor kurzem. 28 Prozent rechnen mit mehr, 28 Prozent mit weniger Aufträgen in den nächsten 12 Monaten aus dem Ausland als im Vorjahr, womit sich die Quote der Optimisten leicht erhöht, jene der Pessimisten etwas verkleinert hat, wie Swissmem in ihrer Mitteilung schreibt.

Substanzieller Abbau von Arbeitsplätzen möglich

Für das zweite Halbjahr geht der Branchenverband davon aus, dass die Kurzarbeit und die Restrukturierungsmassnahmen zunehmen werden. Sollte die Unternehmen wie in der Umfrage angekündigt, tatsächlich ihre Verlagerungsentscheid umsetzen, würde das laut Swissmem ein substanzieller Abbau von Arbeitsplätzen in der Schweiz bedeuten.

Der Verband fordert darum die Politik zum Handeln auf. So wehrt sich Swissmem gegen neue Regulierungen und höherer Kosten. Beispiele für neue Regulierungen fänden sich vor allem in der Energiepolitik, der Vorlage zur grünen Wirtschaft und der Umsetzung der Swissness-Regeln, wie es in der Mitteilung heisst.

(sda/dbe/ama)

Anzeige