Das Schweizer Gesundheitssystem ist so gut, dass es inzwischen international eine Vorbildrolle einnimmt. Nichtsdestotrotz können es sich die Krankenversicherer je länger, je weniger leisten, eine reine Zahlungsmaschinerie zu sein. Die demografische Entwicklung zeigt schon heute erste Auswirkungen.

Diese sind nicht nur bei den Krankenkassen, sondern auch bei den Lebensversicherern zu spüren. So steigen einerseits die Gesundheitskosten in allen westlichen Ländern stark an. Und anderseits befindet sich immer mehr Vermögen in der Hand von Rentnern. Bereits jeder fünfte Schweizer Haushalt, der über 1 Mio Fr. versteuert, gehört einer über 65-jährigen Person.

Mehr Integration

Die Versicherer reagieren in verschiedener Weise auf die kommenden Herausforderungen. Die Krankenkassen versuchen, sich immer stärker zu eigentlichen Gesundheitsmanagern zu wandeln. Themen sind laut CSS-CEO Georg Portmann etwa die Förderung eines gesunden Lebensstils durch Mehrjahresverträge mit prämienwirksamen Erfolgszielen. Ebenso sollen nach dem Vorbild der Unfallversicherer vermehrt Angebote konzipiert werden, die Leistungserbringer übergreifend und integral sind; etwa eine durch die Krankenkasse pauschal vergütete, integrierte Vor-, Haupt- und Nachbehandlung bei bestimmten Eingriffen. Die CSS fordert, dass die Öffnung der Grundversicherung bereits mit der laufenden KVG-Reform und der Nachfolgeregelung des Ärztestopps durchgesetzt wird. Die Lebensversicherer ihrerseits machen lange Gesichter, weil ihnen das Geschäft mit der Generation 50+ verloren zu gehen droht. Der Grund: Nach Ablauf ihrer Lebensversicherungspolice ziehen die Kunden ihre Gelder von den Versicherungen ab. Denn es mangelt sowohl an speziellen Produkten für die aktiven und gesunden Rentner als auch an geeigneter Beratungskompetenz.

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Das ist kein Randphänomen: Jährlich werden allein bei Swiss Life in der Schweiz Ablaufgelder in der Höhe von mehr als 1 Mrd Fr. fällig. Nebst der Konzeption von neuen Angeboten sind im Hinblick auf die Senioren Strukturanpassungen bei den Assekuranz-unternehmen nötig. So hat Generali Schweiz etwa ein eigenes Zentrum für Pensionsplanung gegründet.

Doch auch Menschen in der Dritten Welt wollen von Versicherungen profitieren, einen Schutz gegen Krankheit und Unfälle und im Alter eine Rente bekommen. Hier tut sich für Versicherer mit Mikroversicherungen ein weiteres, wachsendes Tätigkeitsfeld auf.