Drei Gründer aus Solothurn tüftelten vier Jahre lang an ihrem E-Bike Asfalt LR. Es war das weltweit erste Pedelec mit zwei im Rahmen integrierten Akkus. Eine davon befindet sich im Sattelrohr und kann herausgenommen und geladen werden.

Kürzlich stellte Mercedes-Benz eine neue E-Bike-Serie vor. Hergestellt werden die Lizenzmodelle vom australischen Unternehmen N+ Bikes. Diesem wirft das Solothurner Startup Asfalt nun dreistes Kopieren ihrer preisgekrönten Velos vor. Sogar die Presse- und Produktbilder seien einfach nur mit dem Mercedes-Benz-Logo versehen. 

Asfalt E-Bike

Asfalt E-Bike: Die vermeintliche Kopie und das Original.

Quelle: Asfalt
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Asfalt wurde Anfang des Jahres tatsächlich von N+ Bikes kontaktiert. Die Australier waren auf der Suche nach einem Pedelec, das für das Mercedes Benz EQ Formula E-Team lizensiert werden und unter dieser Lizenz verkauft werden sollte. Im Rahmen dessen entstand in der Schweiz als Prototyp ein ASFALT LR-Ableger mit leuchtendem Mercedes-Logo, der nach Australien versendet wurde und dort beim Formel-1-Rennen in Melbourne asiatischen Mercedes-Händlern vorgestellt werden sollte. Asfalt sollte das E-Bike in Europe vertreiben dürfen.

Zur Präsentation kam es allerdings nie, weil der Grand Prix wegen der Corona-Pandemie ausfiel. N+ Bikes lancierte inzwischen weltweit das «N+ Mercedes-Benz EQ Formula E Team eBike und Silver Arrow». Das Modell sei dem «Asfalt LR» sehr ähnlich, wie das Schweizer Startup mitteilt. Doch die Gründer wussten nichts von N+ Bikes' Plänen.

Zusätzlich verärgert ist das Unternehmen darüber, dass Mercedes sein E-Bike nun 1000 Franken teurer verkauft, obwohl der Konzern keinerlei Entwicklungskosten hatte.

Mercedes-Benz selbst sei am Design und der Produktion des E-Bikes nicht beteiligt, heisst es in einer Stellungnahme des Unternehmens. Sein Lizenzpartner N+ Bikes müsse nun erklären, ob tatsächlich die Rechte Dritter verletzt worden sind.

(mlo)