Die Angestellten des deutschen Pharma- und Chemiekonzerns Merck Serono in Genf kämpfen weiter um den Erhalt ihrer Arbeitsplätze. Einige von ihnen haben einen Verein gegründet, der die Biotechnologie-Forschung in der Region fördern soll.

Der Verein zählt bereits rund 200 Mitglieder, wie dessen Initiator Robert Slooves sagte. Ziel sei es, genügend Gelder für den Aufbau eines Forschungsinstitutes in Genf zu sammeln; das Institut wird von einer Arbeitsgruppe der Kantonsregierung aufgegleist.

Merck Serono hatte im April angekündigt, im Rahmen eines umfassenden Sparprogramms die Zentrale in Genf zu schliessen. 1250 Stellen werden bis Anfang 2013 in Genf gestrichen, wobei rund die 750 davon an andere Standorte verlegt werden.

Laut Arbeitnehmervertreterin Line Gross haben nur sehr wenige Angestellte das Angebot einer Arbeitsplatzverlagerung ins Waadtland, nach Darmstadt, Boston oder Peking angenommen. Sie rechnet deshalb mit insgesamt rund tausend Entlassungen.

Konzernleitung und Arbeitnehmer konnten sich mittlerweile auf einen verbesserten Sozialplan für die Entlassenen einigen. Doch das Ziel, die Produktionsstätte in Genf zu erhalten, bleibe bestehen. «Der Kampf geht weiter - für den Erhalt der Arbeitsplätze, aber auch für einen besseren Lohnschutz in der ganzen Schweiz», sagte Alessandro Pelizzari von der Gewerkschaft Unia.

(vst/chb/sda)

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