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Merck-Serono-Angestellte rüsten sich für Verhandlungen

Personalversammlung von Merck Serono in Genf: Sieben Frauen und sechs Männer gewählt. (Bild: Keystone)

Angesichts der bevorstehenden Massentlassung organisieren sich die Angestellten von Merck Serono. Eine neu gewählte Personalvertetung soll an der Seite der Unia mit der Unternehmensführung verhandeln.

Veröffentlicht am 28.04.2012

Fast 400 Personen haben am Freitagabend an der Personalversammlung des Westschweizer Biotechunternehmens Merck Serono teilgenommen. Einstimmig wählten sie eine 13-köpfige Personalvertretung, die mit Merck Serono verhandeln soll.

Die sieben Frauen und sechs Männer dieser Personalvertretung sollen die Arbeit strukturieren und an der Seite der Gewerkschaft Unia mit der Merck-Serono-Führung verhandeln. Organisiert worden war das Treffen von Unia, welche die Mitarbeiter nach der Massenentlassung über ihre Rechte informieren wollte.

Merck Serono ist rechtlich gezwungen, mit der Personalvertretung zu verhandeln. Bis anhin wurde lediglich ein schriftliches Konsultationsverfahren eröffnet, an dem die Angestellten individuell bis am 16. Mai teilnehmen können.

Unia will nun erst einmal mit der Merck-Serono-Führung über eine Verlängerung der Konsultationsverfahrens sprechen.

Bisher geringes Interesse an Gewerkschaft

Am Dienstag hatte das deutsche Pharma- und Chemieunternehmen Merck bekannt gegeben, dass es die Zentrale seiner Schweizer Pharmatochter Merck Serono in Genf schliessen wird. In der Rhonestadt gehen so über 1250 Arbeitsplätze verloren. Auf 500 Stellen will Merck fortan ganz verzichten, die übrigen Stellen werden nach Deutschland, in die USA und nach China verlagert.

Die Massenentlassung sei eine Katastrophe, sagte Alessandro Pelizzari, Generalsekretär der Unia Genf, zu Beginn der Informationsveranstaltung. Gemäss Einschätzung des Gewerkschafters sind die Angestellten von Merck Serono nur sehr schwach gewerkschaftlich organisiert.

Bis zur Massenentlassung sei das Interesse der Angestellten, mehrheitlich Mitarbeiter des Hauptsitzes und Forscher, gering gewesen, sagte der Gewerkschafter. Das Unternehmen habe auch nie mit Sozialpartnern verhandeln wollen.

(tno/sda)

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