Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Spitze des Schweizer Lebensmittelkonzerns Nestlé haben symbolisch den Grundstein für die grösste Kaffeekapsel-Fabrik des Unternehmens in Europa gelegt.

Ab Mitte 2014 sollen am Stadtrand von Mecklenburg-Vorpommerns Landeshauptstadt jährlich bis zu zwei Milliarden Kapseln der Marke «Dolce Gusto» produziert werden.

Nestlé investiert in das Werk über 270 Millionen Franken, rund 27 Millionen werden von 21,5 Millionen Euro werden von Mecklenburg-Vorpommerns Landesregierung subventioniert. Es handelt sich um die bislang grösste Investition von Nestlé in Deutschland.

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Mit zweistelligen Wachstumsraten sei Deutschland «mit Abstand» wichtigster Absatzmarkt für «Dolce Gusto»-Kapseln, sagte Nestlé-Chef Paul Bulcke. Der Lebensmittelkonzern investiere «dort, wo unsere Kunden sind» - und sei zuversichtlich, dass auch auf einem gesättigten Markt Wachstum möglich sei.

Merkel dankte dem Konzern, dass er sich für Deutschland entschieden habe. Für Schwerin habe es sich als Vorteil erwiesen, dass in den vergangenen Jahren die Infrastruktur ausgebaut worden sei, sagte die Kanzlerin.

Bedeutender Wachstumsmarkt

Nestlé hat nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr weltweit rund drei Milliarden Kapseln verkauft, jede sechste davon in Deutschland. In Europa sei der Absatz um 30 Prozent gestiegen.

Auf elf von 16 bedeutenden europäischen Märkten für portionierten Kaffee sieht sich Nestlé als Marktführer. Der Nestlé-Konzern verkauft mit «Nespresso» ein weiteres im Premium-Markt positioniertes Kapselprodukt.

Bislang produziert Nestlé "Dolce Gusto"-Kaffeekapseln im englischen Tutbury und im spanischen Girona. Schwerin wurde als Standort für das neue Werk unter anderem wegen der günstigen Lage zwischen zwei grossen Absatzmärkten in Hamburg und Berlin und der Nähe zum Rohkaffee-Import-Hafen Hamburg ausgewählt.

In Schwerin sollen auf zwölf Produktionslinien täglich bis zu 60 Tonnen Rohkaffee verarbeitet werden. Neben den Märkten in Deutschland sollen auch Nord- und Osteuropa beliefert werden.

Bulcke kündigte an, dass bei den Kaffee-Kapseln künftig auf Aluminium-Deckel verzichtet werden soll. Die Kapseln sollen komplett aus Plastik bestehen.

Mit 450 Arbeitsplätzen wird die Fabrik zu einem der grössten Arbeitgeber in der Region. Für das Agrarland Mecklenburg-Vorpommern stellt das neue Werk die grösste Investition in die Ernährungswirtschaft seit 1990 dar, wie das Schweriner Wirtschaftsministerium erklärte.

(tke/vst/sda)