Meyer Burger hat einen ersten grossen kommerziellen Auftrag für seine Heterojunction-Technologie (HJT) erhalten. Der mit EcoSolifer geschlossene Vertrag habe eine wichtige strategische Bedeutung und ebne den Weg zu einer gemeinsamen Weiterentwicklung, teilt der Hersteller von Maschinen und Anlagen für die Solarindustrie am mit. Die Aktien reagieren positiv auf die News.

Der ungarische Photovoltaik-Hersteller EcoSolifer hat bei Meyer Burger eine Order für eine Heterojunction-Zelllinie platziert. Das gesamte Auftragsvolumen, das mit 29 Millionen Franken beziffert wird, beinhaltet zudem die Option für die zukünftige Lieferung der SmartWire Zellverbindungstechnologie (SWCT).

Grösster Heterojunction Zellproduzent weltweit

Vom Volumen entfallen 23 Millionen Franken auf den erste Auftrag zur Lieferung und Montage einer Heterojunction (HJT) Zelllinie für das Werk. Auslieferung und Montage der Zelllinie an das europäische Fertigungswerk von EcoSolifer in Csorna, Ungarn, ist für Ende 2015 geplant. Die Produktionskapazität soll kurzfristig bereits ein halbes Gigawatt erreichen.

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Gegenstand des Vertrags sind zudem das integrierte Zell-Leistungsmesssysteme und Sortiertechnologien von Meyer Burger sowie das modular konzipierte Softwaresystem FabEagle MES für eine skalierbare Produktionssteuerung. EcoSolifer werde dadurch der erste grosse industrielle Heterojunction Zellproduzent weltweit.

Wichtiger strategischer Vertrag

Der nun geschlossene Vertrag habe eine wichtige strategische Bedeutung, schreibt Meyer Burger weiter. Diese Technologie befähige EcoSolifer eine führende Rolle in strategischen Partnerschaften mit SWCT-Modul-Herstellern, im europäischen PV-Markt und in weiteren Schlüsselmärkten für hocheffiziente Solarmodule einzunehmen.

Gleichzeitig behalte EcoSolifer die Möglichkeit, neue Märkte zu eröffnen. «Dies ist der Anfang einer wichtigen gemeinsamen Weiterentwicklung im europäischen und globalen Markt», wird Meyer-Burger-CEO Peter Pauli in der Medienmitteilung zitiert.

Die EcoSolifer AG hat ihren Sitz im Obwaldener Wilen (Sarnen) und die Hauptverwaltung in Budapest. Das vertikal integrierte Unternehmen produziert nach eigenen Angaben selbst Module und bietet anderen Solarmodulherstellern schlüsselfertige Anlagen zur Produktion auf Basis der Dünnschicht-Technologie an. Darüber werden auch Photovoltaikanlagen entwickelt, finanziert, gebaut und überwacht.

Überzeugte Analysten

Auch bei den Analysten wird der hohe strategische Wert der Vereinbarung gesehen. Dies sei die erste signifikante kommerzielle Order für die Heterojunction-Technologie, schreibt etwa Vontobel. Der Auftrag sei Teil der von Meyer Burger zuvor genannten potenziellen Heterojunction-Projekte. 

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EcoSolifer sei ein «first mover» beim industriellen Einsatz der Technologie und damit von entscheidender Bedeutung. Dies könne weitere Hersteller zu Aufträgen ermutigen, so die Erwartung des Analysten. Vontobel bestätigt das 'Buy'-Rating und sieht das Kursziel bei 9,40 Franken.

Der Auftrag stütze die Erwartung auf ein signifikantes Umsatzwachstum im Jahr 2016, heisst es bei Baader Helvea. Das Volumen von knapp 30 Millionen Franken entspreche rund 9 Prozent des erwarten Umsatz für das laufende Jahr, betont der Analyst. Mit der ersten grossen Order nehme die Heterojunction-Technologie von Meyer Burger Fahrt auf. Die Aktie wird mit 'Hold' eingestuft und das Kursziel bei 7,50 Franken gesehen.

Aktie von Meyer Burger gesucht

Etwas zurückhaltender äussert sich die ZKB. In jüngster Zeit würden sich die Auftragszuschläge bei Meyer Burger mehren. Basierend auf dem momentanen monatlichen Auftragseingang an Basisaufträgen und dem bestehenden Auftragsbestand sollte der Breakeven auf Stufe Ebitda erreichbar sein, so die Erwartung. Für eine deutliche und nachhaltige Verbesserung der Lage brauche das Unternehmen grössere Aufträge. Die ZKB bewertet die Aktien mit 'Marktgewichten'.

Meyer Burger gewinnen im frühen Handel um 3,6 Prozent hinzu auf 8,12 Franken. Zeitweise betrug der Aufschlag bis zu 4,8 Prozent. Der Gesamtmarkt (SPI) gewinnt währenddessen 0,1 Prozent.

(awp/dbe/ama)