Der Solarzulieferer Meyer Burger erzielte im ersten Halbjahr 2015 etwas weniger Umsatz als im Vorjahreszeitraum und schrieb unter dem Strich erneut tiefrote Zahlen. Die Prognosen der Analysten wurden mit den vorgelegten Zahlen deutlich verfehlt.

Das Thuner Unternehmen verbuchte im ersten Semester einen 3,6 Prozent tieferen Umsatz von 124,4 Millionen Franken. Zu konstanten Wechselkursen hätte jedoch ein leichtes Wachstum von 0,4 Prozent verzeichnet werden können, schreibt das Unternehmen dazu. Ausserdem gelte es zu beachten, dass eine grössere Anzahl an Maschinen am Bilanzstichtag noch vor Abnahme durch die Kunden gestanden sei und erst in den Folgemonaten umsatzrelevant werde.

Verlust verringert

Auf Stufe Ebitda verringerte sich der Verlust auf -32,7 Millionen Franken, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Minus von 55,2 Millionen Franken ausgewiesen worden war. Auch auf Stufe Ebit verbesserte sich das Unternehmen etwas (-68,5 Millionen nach -88,1 Millionen Franken). Beim Reinergebnis verschlechterte sich Meyer Burger hingegen: Der Verlust wird mit -93,0 Millionen (Vorjahr -88,0 Millionen) ausgewiesen.

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Mit den vorgelegten Zahlen wurden die durchschnittlichen Prognosen der Analysten (AWP-Konsens) deutlich verfehlt. Diese hatten im Schnitt einen Umsatz von 180 Millionen Franken, einen Ebitda von -5,7 Millionen, einen Ebit von -49,1 Millionen und ein Reinergebnis von -65,8 Millionen Franken erwartet. Allerdings waren sich die Analysten im Vorfeld alles andere als einig gewesen, und die Bandbreite der Schätzungen war entsprechend gross.

Management zuversichtlich

Ein Hoffnungsschimmer ist der Auftragseingang. Das Volumen an neu erteilten Aufträgen im ersten Halbjahr belief sich auf 222,6 Millionen Franken und lag damit 42 Prozent über der Vorjahresgrösse, wie es weiter heisst. Der Auftragsbestand Ende Juni wird mit 260,7 Millionen ausgewiesen nach 190,1 Millionen zum Jahresende 2014.

Trotz der unerwartet schlechten Semesterzahlen ist das Management zuversichtlich, die Jahresziele zu erreichen. Es werde nach wie vor erwartet, dass ein Auftragseingang deutlich über dem Vorjahreswert und ein Umsatz von rund 400 Millionen Franken erreicht werde, heisst es in der Mitteilung. Auf Stufe Ebitda solle ausserdem unverändert die Break-even-Schwelle erreicht werden.

(awp/chb)