Wer zum Börsengang von Meyer Burger im November 2006 Aktien gezeichnet hat, kann sich bis heute an einer Performance der Titel
von über 400% auf gut 226 Fr. erfreuen. Für die übrigen Anleger stellt sich angesichts der fulminanten Aktienkursentwicklung des Trennmaschinenherstellers nun die Frage, ob die Papiere auf dem derzeitigen Niveau noch über Aufwärtspotenzial verfügen.

Stefan Gächter, Analyst der Zürcher Kantonalbank, beantwortet diese Frage in seiner Studie zum Thuner Unternehmen mit einem klaren «Ja». Als führender Hersteller von Draht- und Bandsägen für die Photovoltaikindustrie werde die Firma nämlich überpropotional vom Kapazitätsaufbau der Solarbranche profitieren, ist der Analyst überzeugt.


Gefragte Meyer-Burger-Anlagen

Die Anlagen von Meyer Burger werden zur Herstellung von Wafern aus Siliziumblöcken eingesetzt, die wiederum für die Herstellung von Solarzellen benötigt werden. Indem die Meyer-Burger-Anlagen die Produktion von dünneren Wafern mit weniger Schnittverlust ermöglichen, trägt das Unternehmen zur Effizienzsteigerung und zur Reduktion der Entstehungskosten von Solarstrom bei.Aus diesen Gründen ist die Technologie von Meyer Burger im stark wachsenden Photovoltaikmarkt sehr gefragt, was sich in Aufträgen in der Höhe von beinahe 500 Mio Fr. spiegelt, die das Unternehmen in den ersten acht Monaten weltweit an Land ziehen konnte. Bereits Mitte Juli haben die Thuner deshalb die Ziele für das Gesamtjahr 2007 erhöht und eine Ebit-Marge von 12 bis 14% (zuvor 9 bis 11%) in Aussicht gestellt.

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Den Halbjahreszahlen 2007, die Meyer Burger am 11. September präsentieren wird, misst Gächter eine eher geringe Bedeutung zu. Entscheidend seien vielmehr das 2. Semester und die Zahlen
für 2008, in denen die Ertragskraft des Unternehmens sichtbar werden soll. Obwohl der ZKB-Analyst die Gefahren eines Angebots- und Nachfrage-Ungleichgewichts erkennt, sieht er nach den Kursrückgängen aufgrund der aktuellen Korrektur an den Aktienmärkten eine gute Einstiegschance bei Meyer Burger. Gegenüber vergleichbaren Unternehmen aus der Photovoltaikbranche (KGV: 22) seien die Titel des Trennmaschinenherstellers mit einem 2008er KGV von 18,8 nach wie vor moderat bewertet.

Weniger optimistisch ist Helvea-Analyst Volkan Göçmen, welcher die Titel des Trennmaschinenspezialisten auf «neutral» einstuft. Grund dafür sei die mittlerweile stattliche Bewertung von Meyer Burger sowie die Tatsache, dass sich die Wachstumsraten im Sektor nicht direkt auf die einzelnen Maschinen extrapolieren lassen würden, da die Produktivitätsfortschritte der Anlagen die Nachfrage dämpfen könnte.