Für den Schweizer Solarzulieferer Meyer Burger ist China der wichtigste Markt. Im dem asiatischen Land befinden sich die meisten Kunden des Thuner Konzerns – und dort sind auch seine grössten Konkurrenten. Doch nicht alle chinesischen Wettbewerber spielen laut Meyer Burger fair: Im Februar hat der Solarzulieferer gegen eine Firma eine Klage eingereicht. Die Thuner werfen Wuxi Shangji Automation vor, ihr chinesisches Patent für ein Drahtwickelsystem, Diamond Wire Management System, zu verletzen.

Nun ist Meyer Burger in erster Instanz mit der Klage gescheitert, wie der Konzern gestern bekanntgab. Er will das Urteil des Nanjing Intermediate Court aber an die nächsthöhere Instanz, Jiangsu High Court, weiterziehen. «Wir sind fest entschlossen, sicherzustellen, dass ausschliesslich unsere Kunden von Meyer Burgers Technologien profitieren», hatte CEO Hans Brändle im Februar betont. Der Konzern investiere Jahr für Jahr bedeutende Beträge in die Forschung und Entwicklung.

Nicht nur wegen kopierfreudigen Konkurrenten hat Meyer Burger Probleme. Der Konzern schreibt weiterhin rote Zahlen, letztes Jahr betrug das Minus fast 80 Millionen Franken - es war der sechste Jahresverlust in Folge. Letztes Jahr verlagerte der Konzern fast seine ganze Produktion nach China. Durch die Fabrikschliessung in Thun verloren rund 180 Angestellte den Job.

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 (mbü, mit Material der sda)