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Meyer Burger wird zum Grosskonzern

Kann sich über grosse Nachfrage aus Asien freuen: Meyer-Burger-CEO Peter Pauli. (Bild: Keystone)

Sonnige Zeiten für Meyer Burger: Der Solarindustrie-Zulieferer hat im vergangenen Jahr von der Fusion mit der 3S Industries und dem Boom in der Branche profitiert. Umsatz und Gewinn legten kräftig zu,

Veröffentlicht am 21.03.2011

«Wieder einmal» habe Meyer Burger den Umsatz verdoppelt, sagte Verwaltungsratspräsident Peter Wagner am Montag an der Medienkonferenz in Zürich. Einen solchen Wachstumsschub gelang dem Konzern bereits in den Geschäftsjahren 2007 und 2008, bis 2009 wegen der globalen Rezession die Verkäufe leicht sanken.

Der Solarindustrie-Zulieferer konnte den Umsatz im vergangenen Jahr durch Übernahmen um 34 Prozent steigern. Aus eigener Kraft wuchs der Anbieter von Systemen und Produktionsanlagen für die Photovoltaik sogar um 62 Prozent, sodass der Umsatz 826 Millionen Franken erreichte. Die Solarbranche habe sich deutlich erholt, hiess es an der Medienkonferenz.

In Asien nahmen die Verkäufe um satte 150 Prozent zu. Mit einem Anteil von 76 Prozent ist der Kontinent weiterhin die mit Abstand wichtigste Kundenregion. Der Reingewinn von Meyer Burger kletterte auch dank tieferer Steuern von 29,2 Millionen Franken im Vorjahr auf 97,9 Millionen und erreichte ebenfalls Rekordniveau.

Das Absatzwachstum führte auch zu einem Kapazitätsausbau. Die Zahl der Vollzeitstellen der Firma mit Werken in Thun und im westdeutschen Zülpich stieg auf 1276 Stellen. 311 kamen durch die Übernahmen von 3S und der SGS Gesellschaften in den USA hinzu, 227 wurden neu geschaffen. Zusätzlich beschäftigte Meyer Burger zum Jahresende 255 Temporärmitarbeitende.

Im laufenden Jahr will das Unternehmen beim Umsatz bereits die Milliardenschwelle überschreiten: Der Verkaufserlös soll rund 1,2 Milliarden Franken erreichen. Der Auftragsbestand zu Jahresbeginn betrug 1,047 Milliarden Franken.

Um das Wachstum zu finanzieren, verzichtet Meyer Burger wie bereits im Vorjahr auf eine Dividende. Teil der Expansionsstrategie sind der neue Firmensitz und die Produktionshalle, welche der Konzern bis nächsten Sommer in Thun errichtet. «Normalerweise investieren wir nicht in Backsteine, es ging aber nicht anders», sagte Meyer-Burger-CEO Peter Pauli. «Wir platzen in Thun aus allen Nähten», ergänzte Verwaltungsratspräsident Wagner.

Komplettanbieter

Wichtigstes Produkt des Konzerns sind Spezialsägen, mit denen Silizium sowie Saphir oder andere Kristalle in hauchdünne Scheiben (Wafer) geschnitten werden. Die Siliziumscheiben werden für Solaranlagen benötigt. Saphir-Wafer kommen beispielsweise in der Halbleiterindustrie zum Einsatz.

Dank der Fusion mit 3S Industries ist der Konzern aber zum Komplettanbieter geworden. Er hat Anlagen für alle Produktionsschritte im Angebot, die für die Herstellung von Solarzellen nötig sind - beispielsweise Sortieranlagen, mit denen minderwertige Wafer ausgeschieden werden.

Meyer Burgers Stellung im global stark wachsenden Markt für Solarenergie gefällt den Anlegern: Seit dem Atomunfall in Japan vor gut einer Woche stieg der Aktienkurs von 28.75 auf 35.70 Franken. Allein am Montag legte der Kurs bis am Nachmittag um gut 10 Prozent zu, weil der Konzern die Prognosen der Analysten übertroffen hat.

(tno/cms/sda)

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