Das Solarunternehmen Meyer Burger stellt sich auf ein langes Übernahmepoker um den Rivalen Roth & Rau ein. Nachdem bis zum Donnerstag nur gut 20 Prozent der Aktionäre ihre Anteilsscheine angedient hatten, hofft Meyer-Burger-Vorstandschef Peter Pauli auf die Nachfrist bis zum 22. Juni.

"Wenn wir auch bis dann nicht 50 Prozent plus eine Stimme erreicht haben sollten, würden wir den Markt entscheiden lassen. Wenn die Spekulationen aufhören und der Kurs unter den aus unserer Sicht fairen Wert sinkt, werden wir zukaufen", sagte Pauli der "Financial Times Deutschland". Sein Unternehmen wolle nicht aufgeben.

Bislang stiess die Offerte von 22 Euro je Anteilsschein bei den Aktionären nur auf geringes Interesse, obwohl das Roth & Rau-Management die Pläne voll unterstützt. Am Freitag war die erste Frist abgelaufen. Die genaue Andienungsquote will Meyer Burger am Mittwoch bekanntgeben. Haben sie bis dahin nicht mehr als die Hälfte der Aktien in Aussicht, verlängert sich die Frist bis zum 22. Juni.

In die Quere sind Meyer Burger zwei weitere Investoren gekommen - der Schwarzwälder Solarunternehmer Jürgen Gutekunst und die zypriotische Finanzholding KLK. Gutekunst kontrolliert inzwischen rund 15 Prozent der Roth & Rau-Aktien. Er hält sich bedeckt, was er damit vorhat. Zunächst hatte er betont, dass es ihm um die Sicherung der Geschäftsbeziehungen seiner Firma Rena zu Roth & Rau gehe.

Der Anteil von KLK liegt ebenfalls im zweistelligen Prozentbereich. Deren Chef Christoph Ladanyi hatte in den vergangenen Wochen eine deutliche Erhöhung des Angebots von Meyer Burger gefordert. Das schliessen die Schweizer aber bislang aus. Die Aktie notiert seit Bekanntgabe der Offerte im April stabil über den gebotenen 22 Euro.

(cms/rcv/awp)

 

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