Der Aufburch in die Zukunft kostet: Investitionen in wachsende Märkte, in neue Produkte und Technologien sowie die Finanzierung eines Gesellschafterwechsels oder einer Nachfolge erfordern oft einen hohen Kapitalbedarf mit erhöhten Risiken, der oft nicht mehr nur mit Eigenmitteln und Krediten gedeckt werden kann.

Gemessen an den unternehmerischen Risiken ist die Eigenkapitalausstattung oft zu gering, was die Möglichkeit für eine Kreditaufnahme einschränkt. Dadurch entstehen Finanzierungslücken, welche die zukunftsorientierte Positionierung eines Unternehmens hemmen können. Gerade hier kann sogenanntes Mezzanine-Kapital eine prüfenswerte Lösung darstellen.

Lücken schliessen

Die häufigsten Ausprägungsformen von Mezzanine-Kapital sind nachrangige und partiarische Darlehen, stille Beteiligungen, Genussrechte sowie Wandel- und Optionsdarlehen. Durch die richtige Zusammenstellung der zur Verfügung stehenden Finanzierungsparameter wie Volumen, Laufzeit, Rückzahlungsmodalitäten, Form und Fälligkeit der Zinsen lassen sich massgeschneiderte Finanzierungslösungen zwischen reinem Fremd- und Eigenkapital entwerfen und bestehende Finanzierungslücken schliessen.

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Die Kosten für Mezzanine-Kapital sind jedoch wesentlich höher als bei einer herkömmlichen Kreditfinanzierung, da der Mezzanine-Investor ein eigenkapitalähnliches Risiko trägt, was in Abhängigkeit von der Bonität des finanzierten Unternehmens mit einer Rendite zwischen 9 und 15% entschädigt wird. Im Vergleich zur Eigenkapitalfinanzierung sind Risiko und Rendite jedoch geringer.

Ertragsstärke wichtig

Stabile und prognostizierbare Mittelflüsse sind deshalb unausweichliche Voraussetzungen für die Aufnahme von Mezzanine-Kapital. In erster Linie ist Mezzanine-Kapital deshalb eine Finanzierungsalternative für solide Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial sowie mit starker und nachhaltiger Cashflow-Entwicklung. Für Firmen in einer Restrukturierungs- oder Sanierungsphase, aber auch für Neugründungen und als Starthilfe kommt Mezzanine hingegen kaum in Frage.

In der Schweiz sind verschiedene Akteure aktiv. Erstens setzen in- und ausländische Private-Equity-Gesellschaften schon seit mehreren Jahren bei ihren Übernahmen Mezzanine-Darlehen in der Finanzierungsstruktur ein. Zusätzlich sind Banken und spezialisierte Anbieter wie die Credit Suisse Anlagestiftung Mezzanine im Markt. Um die kapitalmarktbasierten Mezzanine-Programme ist es hingegen etwas ruhiger geworden. Die erwartete Erholung sowie die zahlreich anstehenden Nachfolgeregelungen werden die Nachfrage jedoch wieder stark stimulieren.