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Unsicherheit
Michael O'Leary sieht Ryanair-Zukunft in der EU

Michael O'Leary: Der Ryanair-Chef hat vor dem Brexit gewarnt. Keystone

Nach dem Brexit-Votum werde Ryanair vermehrt in den verbliebenen EU-Staaten investieren, sagt Michael O'Leary. Seine Fluggesellschaft ist seit der Abstimmung an der Börse abgestürzt.

Veröffentlicht am 27.06.2016

Nach dem Brexit-Votum will Europas grösster Billigflieger Ryanair seine Investitionen in Grossbritannien eindampfen. Die irische Fluggesellschaft werde sich stärker auf die verbleibenden EU-Länder konzentrieren, sagte Ryanair-Chef Michael O'Leary in einem am Montag veröffentlichten Interview des «Wall Street Journal». Im nächsten Jahr seien keine neuen Maschinen für die britischen Strecken vorgesehen. «Wir werden unser ganzes Wachstum in die Europäische Union lenken.» An seinen Wachstumszielen halte Ryanair aber fest.

Zwar sei nach der Entscheidung der Briten für einen EU-Austritt in den nächsten drei bis vier Monaten mit erheblicher Unsicherheit zu rechnen, sagte O'Leary. Kurzfristig werde es aber nur geringfügige Beeinträchtigungen bei den Buchungen für Flüge von und nach Grossbritannien geben. Allerdings werde der eingebrochene Pfund-Kurs die Bilanz belasten, die in Euro abgerechnet wird. Für Ryanair ist Grossbritannien bislang der grösste Markt. Bei einem britischen EU-Austritt müssten aber die entsprechenden Luftverkehrsverträge neu ausgehandelt werden.

23 Prozent verloren

Wegen der Unsicherheit über die weitere Entwicklung sind die Aktien der Airlines seit der Brexit-Entscheidung am Donnerstag eingebrochen. Die Ryanair-Papiere fielen mehr als 23 Prozent. Auch die Titel des britischen Rivalen Easyjet und der British-Airways-Mutter IAG gerieten kräftig unter Druck. IAG kassierte bereits seine Gewinnprognose für dieses Jahr ein.

(reuters/gku)

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