Der Halbleiterhersteller Micronas ist im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2012 weiter gewachsen und hat den Gewinn deutlich gesteigert. Im weiteren Verlauf rechnet das Unternehmen jedoch mit einer Abschwächung der Automobilkonjunktur und reduziert die bisher gemachten Prognosen leicht.

Der Umsatz der Micronas-Gruppe erhöhte sich im dritten Quartal verglichen mit dem zweiten Quartal auf 43,5 Millionen Franken von 42,7 Millionen. Für die ersten neun Monate weist das Unternehmen einen Umsatzanstieg um 13 Prozent auf 130,3 Millionen aus. Währungsbereinigt betrug das Wachstum gar knapp 17 Prozent, wie Micronas mitteilte.

Auch interessant
 
 
 
 
 
 

Den Umsatzanstieg geprägt habe das Comeback der japanischen Automobilindustrie, die sich nach dem verheerenden Erdbeben aus dem Vorjahr auf der Aufholjagd befinde, heisst es weiter. Dabei habe sich auch der starke japanische Yen zum Euro positiv auf die Geschäftsentwicklung ausgewirkt. Die Bruttomarge der Gruppe kletterte so auf 40,9 Prozent nach 35,7 Prozent im Vorjahr.

Bilanz gestärkt

Auch der operative Gewinn wurde gesteigert. Das Betriebsergebnis EBIT lag im dritten Quartal bei 6,6 Millionen Franken nach 5,8 Millionen im Vorquartal. In den ersten neun Monaten erhöhte sich der EBIT um deutliche 46 Prozent auf 19,7 Millionen - dies führt zu einer Marge von 15,1 Prozent. Unter Berücksichtigung des Finanzergebnisses sowie eines Steuerertrages in Höhe von 6,1 Millionen Franken konnte Micronas zudem den Gewinn im dritten Quartal auf 9,7 Millionen Franken mehr als verdoppeln. Der Neunmonatsgewinn beläuft sich auf 16,6 Millionen, nachdem im Vorjahr noch ein Verlust von 1,1 Millionen resultiert hatte. Micronas hat mit den Zahlen zum dritten Quartal die Markterwartungen grösstenteils übertroffen. 

Im Hauptbereich Automotive gelang es Micronas, den Q3-Umsatz im Vergleich zum Vorquartal um drei Prozent auf 40,4 Millionen Franken zu steigern. In den ersten neun Monaten wuchs die Sparte um 17 Prozent auf 121,4 Millionen. Dabei resultierte im Quartal ein EBIT von 7,3 Millionen Franken und für die Monate Januar bis September ein operativer Gewinn von 21,3 Millionen Franken. Die EBIT-Marge wuchs so zum Vorjahr auf 17,5 Prozent von 12,6 Prozent.

Derweil hätten die Produkte des Bereichs Industrial und die noch verbleibenden Consumer-Produkte, die unter «Others» zusammengefasst sind, in den ersten neun Monate einen Umsatz von 8,9 Millionen Franken nach 11,2 Millionen im Vorjahr und einen EBIT-Verlust von 1,6 Millionen nach einem Gewinn von 0,3 Millionen erzielt.

Mit den guten Ergebnisses sei es Micronas auch gelungen, die Bilanz zu stärken. Per Ende September verfügte die Gruppe über flüssige Mittel von 167,9 Millionen Franken; im Juni lagen diese Mittel noch unter 160 Millionen und Ende 2011 bei 156,2 Millionen. Die Eigenkapitalposition erhöhte sich seit Jahresbeginn von 129,2 Millionen Franken auf 147,7 Millionen per Ende des dritten Quartals. Dies habe zu einer Verbesserung der Eigenkapitalquote auf 50,2 Prozent geführt, schreibt Micronas.

Prognosen nach unten korrigiert

Die Freiburger Fertigungsanlagen seien im laufenden Jahr zu rund 80 Prozent ausgelastet gewesen, so die Mitteilung. Im dritten Quartal fiel die Auslastung aber leicht darunter. Durch die absehbare Abschwächung der Automobilindustrie rechnet Micronas im letzten Jahresabschnitt gegenüber dem dritten Quartal mit einem Umsatzrückgang. Dies zeige sich bereits im Bestellungseingang, der sich im dritten Quartal auf 48,9 Millionen Franken nach 57,4 Millionen im zweiten Quartal verringert hat. Die Book-to-Bill-Ratio wird im dritten Quartal mit 0,80 ausgewiesen nach 1,24 im zweiten Quartal.

Vor diesem Hintergrund hat Micronas die Prognosen für das Gesamtjahr 2012 konkretisiert und dabei leicht nach unten korrigiert. Neu rechnet die Gruppe mit einem Umsatz von rund 167 Millionen Franken - bisher waren es rund 170 Millionen gewesen. 

(muv/tke/sda/awp)