Der erste Auftrag von Microsoft an U-blox versetzte die Aktie des Thalwiler Chipherstellers in einen Höhenflug: Nach Bekanntgabe des Deals am vergangenen Donnerstag legte die U-blox-Aktie zeitweise bis zu 20% zu und blieben auch zu Wochenbeginn stark gefragt.

Das Microsoft-Produkt Mappoint 2008, ein USB-Stick mit GPS-Sensor, wird künftig mit Chips der Thalwiler U-blox hergestellt. «Durch die Partnerschaft mit Microsoft ist es uns gelungen, für unsere Technologie auf dem Endanwendermarkt eine wichtige Referenzmarke zu setzen», so U-blox-CEO Thomas Seiler. Das Unternehmen wurde erst im letzten Jahr an der Börse platziert, auch mit dem Ziel, für internationale Partner interessanter zu sein. Mit dem Microsoft-Deal scheint das nun aufgegangen zu sein.

Jedoch bleiben Kenner des Unternehmens skeptisch. «Positiv ist, dass U-blox von der Marketing-Power von Microsoft profitieren kann, finanziell ist es jedoch keine sehr grosse Sache», so Helvea-Analyst Tomas Hilfing. Grund dafür ist, dass der GPS-Markt hart umkämpft bleibt. Die Konkurrenten im Bereich der mobilen Endgeräte Tomtom, Garmin und der Chiphersteller SiRF drücken auf die Margen. Die Dimensionen des Microsoft-Geschäfts sind relativ überschaubar. Die Chip-Sets sollen rund 5 Dollar kosten, bei Helvea rechnet man mit einem potenziellen Absatz von zirka 1 Mio Stück, was zu einem maximalen Umsatzplus von 5 Mio Dollar führen würde. Auf das Geschäftsergebnis 2008 hat der Microsoft-Deal noch keinen Einfluss. Erst im nächsten Jahr wird sich der Deal in den U-blox-Zahlen niederschlagen.

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In den USA wird Mappoint für 349 Dollar verkauft. Ein stattlicher Preis im Vergleich mit Konkurrenzprodukten. In Europa ist das Paket noch nicht verfügbar, sollte jedoch Anfang 2009 lanciert werden. Der Preis ist noch offen.

Anwender müssen Mappoint mit einem PC oder Laptop betreiben. Das Produkt ist daher nicht zwingend für mobile Anwendungen konzipiert. Es orientiert sich eher an Geschäftskunden, die Businessdaten mit aktuellen Karten illustrieren wollen.

Handy-Markt 2009 interessant

Ein wichtiger Kunde der Thalwiler ist die Automobilbranche. Befürchtungen, dass die Hersteller vom konjunkturellen Umfeld betroffen sind, hat man bei U-blox nicht. «Der Markt wird sich weiter ausdehnen», glaubt Thomas Seiler, «die Nachfrage nach fest eingebauten und mobilen Geräten wird weiter steigen.»

Nokia setzt verstärkt auf Handys mit GPS-Anwendungen. Dieser neue Trend könne 2009 auch für U-blox zu einem lukrativen Geschäft werden.