Microsoft hat erstmals in der Geschichte des Software-Konzerns ein Notebook aus eigener Produktion vorgestellt. Das Surface Book sei der bisher schnellste Laptop mit 13,5 Zoll-Bildschirm, sagte Microsoft-Manager Panos Panay bei einer Produktveranstaltung in New York. Es soll zweimal so schnell wie das vergleichbare MacBook Pro von Apple sein.

Das Surface Book hat eine Tastatur mit Hintergrundbeleuchtung und eine Batterielaufzeit von 12 Stunden. Mit einem Nvidia-Grafikchip und Intel Core-i7-Prozessor sei das Gerät zwei Mal schneller als Apples Macbook Pro, hob Panay hervor.

Das Display mit einer Auflösung von 6 Millionen Pixel lasse sich optional als Tablet abnehmen und wie die Surface-Tablets von Microsoft mit dem Stift bedienen. Das Gerät soll für 1499 Dollar ab dem 26. Oktober in den Handel kommen.

Weiterer Schub für Windows 10 erhofft

Mit dem Surface Book stockt sein eigenes Angebot für das neue Betriebssystem Windows 10 deutlich auf. Windows 10 soll Microsoft helfen, den Absatz von Tablets und Smartphones anzukurbeln. Diese Märkte werden von Apple und Samsung Electronics beherrscht.

Um das im Juli eingeführte Betriebssystem stärker zu bewerben, bringt Microsoft nun auch mehrere neue Lumia-Smartphones, ein weiteres Fitness-Armband sowie das Tablet Surface Pro auf den Markt.

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Das Surface Pro 4 hat ein 12,3 Zoll grosses Display und eine Auflösung von 5 Millionen Pixel. Damit wirkten die Inhalte auf dem Bildschirm wirklich real, sagte Panay bei der Präsentation vom Dienstag. Bedient werden kann das neue Surface alternativ auch per Stift.

Skeptische Anleger

Die Microsoft-Aktie legte 0,7 Prozent zu. Nach Firmenangaben laufen derzeit 110 Millionen Geräte mit Windows 10. Microsoft-Chef Satya Nadella gab sich zuversichtlich, durch die neuen Produkte den Absatz weiter zu steigern. Analyst Daniel Ives von der Investmentbank FBR Capital Markets sagte: «Die Frage ist jetzt, ob die Konsumenten die Geräte kaufen.»

Inzwischen mache Microsoft 3,5 Milliarden Umsatz pro Jahr mit den Surface-Modellen, sagte Microsoft-Manager Terry Myerson. Das Surface Pro 4 soll ebenfalls am 26. Oktober in den Handel kommen.

Entwickler-Kit für Hologramm-System

Im ersten Quartal 2016 will Microsoft eine Version seines Hologramm-Systems Hololens für Software-Entwickler herausbringen. Die Programmierer sollen damit Anwendungen für die Datenbrille schreiben können.

Das Entwickler-Kit werde 3000 Dollar kosten, kündigte Myerson an. Demonstriert wurde, wie mit Hilfe der Hololens-Brille auf dem Display virtuelle Gegenstände in realen Räumen bewegt werden können.

Als Beispiel zeigte Microsoft das Projekt Xray, bei dem in einem Fantasy-Spiel virtuelle Roboter-Monster durch die Wand brechen und über ein Sofa laufen. Die Waffen des Spielers bewegten sich mit der Armbewegung mit. Anders als bei den Brillen für virtuelle Realität taucht der Nutzer dabei nicht komplett in eine virtuelle Welt ein.

(sda/dbe)
 

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