Der Zementhersteller Holcim hat im ersten Quartal 2013 einen geringeren Nettoverkaufsertrag und Betriebsgewinn vor Steuern und Abschreibungen verbucht. Die Resultate sind in Indien vom schwachen Marktumfeld negativ beeinflusst worden. Der Konzerngewinn und der Geldfluss aus der Geschäftstätigkeit stiegen jedoch spürbar an.

Der Nettoverkaufsertrag sank im Vergleich zur Vorjahresperiode um 7,2 Prozent auf 4,32 Milliarden Franken, während sich der betriebliche Ergebnis (Ebitda) um 9,5 Prozent auf 650 Millionen abschwächte, wie Holcim am Mittwoch mitteilte. Dies führte zu einer entsprechenden Marge von 15,0 Prozent, nach 15,4 Prozent im Vorjahreszeitraum.

Auch interessant
 
 
 
 
 
 

Der Ebit ging um 18 Prozent auf 270 Millionen Franken zurück. Im Gegensatz dazu stieg jedoch der Reingewinn nach Minderheiten im ersten Quartal deutlich auf 187 Millionen Franken nach 10 Millionen im Vergleichszeitraum.

Damit hat das Unternehmen die Erwartungen der Analysten verfehlt. Die Bank-Experten hatten im Durchschnitt (AWP-Konsens) mit einem Umsatz von 4,69 Milliarden Franken, einem Betriebsgewinn (Ebitda) von 716 Millionen und einem Ebit von 322 Millionen gerechnet.

Gewinnsteigerung durch Verkauf in Australien

Höhere variable Kosten hätten die operativen Ergebnisse belastet. Dies sei durch Preisverbesserungen, Kosteneinsparungen - vor allem bei den Fixkosten in Europa und Lateinamerika - sowie dem Verkauf einer Beteiligung von 25 Prozent an Cement Australia kompensiert worden. Dadurch habe Holcim im ersten Quartal einen höheren Konzerngewinn ausgewiesen. Zu diesem Erfolg habe auch das Kostensenkungsprogramm "Holcim Leadership Journey" massgeblich beigetragen, so der Zementhersteller.

Saisonal bedingt sei der Geldfluss aus Geschäftstätigkeit im ersten Quartal negativ. Er verbesserte sich jedoch gegenüber dem Vorjahr um 35 Prozent auf minus 323 Millionen Franken. Das Nettoumlaufvermögen wurde gesteigert und die Nettofinanzschulden sanken über einen Zeitraum von zwölf Monaten um 8,5 Prozent auf 10,8 Milliarden Franken.

Transportbeton und Asphalt deutlich rückläufig

Markt- und wetterbedingt gingen die Verkaufsvolumen in allen Segmenten zurück. Während der Zementabsatz mit -5,0 Prozent und die Zuschlagstoffe mit -8,6 Prozent noch geringe Rückgänge verzeichneten, waren bei Transportbeton (-17%) und Asphalt (-18%) die Einbussen höher. Bei Transportbeton habe die Reorganisation in Europa zu dem Rückgang beigetragen, so der Konzern weiter.

Ergebnisse in Indien belasten

Auch regional betrachtet gingen die Umsätze überall zurück. Europa verbuchte ein Minus von 11 Prozent, Afrika/Naher Osten von 15 Prozent. Hier habe vor allem Marokko einen negativen Einfluss gehabt. Auch der Absatz in Nordamerika (-7,8%), Lateinamerika (-3,2%) und Asien (-6,4%) fiel geringer aus.

Ein Anstieg des betrieblichen Ebitda wurde in Europa und Lateinamerika erzielt. Als Grund wurden Kostensenkungen sowie stabile oder leicht bessere Verkaufspreise angeführt. In Asien sei der Wachstumstrend ungebrochen. Die deutlich schwächeren Ergebnisse der indischen Gesellschaften ACC und Ambuja hätten aber das Resultat der ganzen Region belastet. Hier sank der betriebliche Ebitda um 15 Prozent, ebenso wie in Nordamerika. Afrika/Naher Osten verzeichnete ein Minus von 20 Prozent.

Ausblick bekräftigt

Für 2013 rechnet der Konzern weiterhin mit einer Margenverbesserung. Unter ähnlichen Marktbedingungen wird ein signifikantes organisches Wachstum bei betrieblichem Ebitda und Betriebsgewinn prognostiziert. Zudem rechnet Holcim mit steigenden Zementverkäufen.

Bei den Zuschlagstoffen und beim Transportbeton stelle das Erreichen des Vorjahresniveaus jedoch eine Herausforderung dar. In Asien, Ozeanien sowie in Nordamerika und Lateinamerika wird weiter mit einem höheren Absatz gerechnet. Für die übrigen Regionen ist das Unternehmen etwas weniger positiv gestimmt.

(vst/awp)