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Steuerstreit
Migros Bank forcierte US-Business

Harald Nedwed: Die Leitung um den Bankenchef hat die Expansion abgesegnet. Keystone

Die Migros Bank hat das US-Geschäft Ende 2008 bewusst ausgebaut. Die Leitung um CEO Harald Nedwed hat das OK für die Expansion gegeben, nachdem die UBS bereits ins Visier der US-Behörden geriet.

Von Sven Millischer
am 07.10.2015

Die Rolle der Migros Bank im Nachgang zur UBS-Steueraffäre erscheint in einem neuen Licht. Im Geschäft mit US-Kunden liege «zusätzliches Potential, da verschiedene Banken ihr Beratungsgeschäft dicht machen», kam eine bankinterne Arbeitsgruppe Ende 2008 zum Schluss und riet dazu, ein eigenes «U.S.-Desk» zu eröffnen.

Die Arbeitsgruppe sah Potenzial für Neugeld in der Höhe von rund 250 Millionen Schweizer Franken für die Banktochter des Orangen Riesen. Zum Vergleich: Die Migros Bank verwaltete seinerzeit rund 100 Millionen Dollar von etwa 1000 amerikanischen Kunden, die grossmehrheitlich einen Schweiz-Bezug hatten.

CEO wollte expandieren

Schliesslich entschied sich die Geschäftsleitung um CEO Harald Nedwed, ein solches «U.S.-Desk» zu eröffnen und die amerikanischen Kunden zentral zu betreuen.

Im Steuerstreit mit der US-Justiz musste die Migros Bank jüngst 15 Millionen Dollar zahlen. Die Busse liegt im Verhältnis zu den verwalteten Vermögen über dem Schnitt jener Kategorie-2-Banken, die bisher mit dem amerikanischen Department of Justice einen Vergleich abgeschlossen haben.

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