Doch kein Revival für die Berner Markthalle: Migros Aare bricht ihr Umbauprojekt in der Nähe des Bahnhofes Bern wegen unüberbrückbarer Differenzen bei der Übernahme des Mietvertrags von Media-Markt ab. Eine Einigung innert nützlicher Frist sei «nicht realistisch», schreibt die Migros Aare in einer Mitteilung vom Dienstag.

Erschwerend kommt für den Detailhändler dazu, dass nach wie vor Einsprachen gegen den Umbau hängig sind bezüglich Anlieferung, Littering und Lärm. Um die Bedenken auszuräumen, wären erhebliche konzeptionelle Einschränkungen nötig, etwa reduzierte Öffnungszeiten oder ein Verzicht auf die Öffnung des Glasdachs. Die zunehmende Komplexität des Projekts brachte den Terminplan durcheinander und liess die Planungskosten ansteigen.

Beliebter Treffpunkt

Die Migros Aare hatte von Anfang an klar gemacht, dass sie in der Markthalle keine eigenen Angebote betreiben will. Vielmehr sollte mit der Wiederbelebung der Markthalle ein Treffpunkt mit Cafés, Bars und Restaurants im Stadtzentrum entstehen.
Rund ein Dutzend Jahre lang war die Markthalle mit ihren Cafés und Läden ein gefragter Treffpunkt der Bernerinnen und Berner.

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Als die Markthalle im Mai 2013 ihre Tore schloss, war sie derart beliebt, dass es bei der Eröffnung des nachfolgenden Media Markts im März 2015 zu zwei Demonstrationen kam. Die Elektronik-Kette gab im Dezember 2016 bekannt, die Filiale wegen der stetig zunehmenden online-Verkäufe zu schliessen.

«Eine Herzensangelegenheit»

Anfang 2017 wurde bekannt, dass die Migros Aare zusammen mit den ehemaligen Initianten die Markthalle wieder aufleben lassen wolle – die «Handelszeitung» berichtete damals frühzeitig über das Vorhaben. Für die Migros war das Projekt «eine Herzensangelegenheit». Allerdings eine, die das Unternehmen nicht um jeden Preis umsetzen konnte und wollte.

(sda/mbü)