Das Statthalteramt Zürich hat die Migros wegen den Gewinnspielen «Mega Win» und «Die Lose sind los!» laut SRF-Sendung «Espresso» zu je einer Busse verurteilt. Dabei handle es sich um das erste rechtskräftige Urteil wegen Gewinnspielen der Grossverteiler.

Beim Urteil komme das Statthalteramt Zürich zum Schluss, dass wer in der Migros einkaufte, bei diesen Gewinnspielen die grösseren Gewinnchancen hatte als Teilnehmer, die nichts kauften. Somit sei der Einkauf zum Glücksspiel-Einsatz geworden – ein klarer Verstoss gegen das Lotteriegesetz.

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Migros akzeptiert Bussen

Der Grossverteiler hat die beiden Bussen, die laut «Espresso» zusammen zwischen 7000 und 10'000 Franken lägen, akzeptiert. Comlot-Geschäftsführer Manuel Richard zeigte sich zufrieden mit Urteil – die Lotterie- und Wettkommission der Kantone hatte Anzeige erstattet.

Bei künftigen Wettbewerben wolle die Migros dem Urteil Rechnung tragen, heisst es. Mit anderen Worten: Künftig sei eine Gratisteilnahme ohne Nachteile möglich.

Verfahren auch gegen Coop hängig

Weitere ähnliche Verfahren sind hängig – unter anderem gegen den Migros-Konkurrenten Coop. Richard wollte dazu keine Prognose abgeben, bezeichnet die Verurteilung der Migros aber als Signalwirkung für die Branche. «Kleinere Veranstalter könnten sich mit ähnlichen Spielen nun als Legitimation nicht mehr einfach auf die Vorgehensweise der Grossverteiler beziehen», so der Bericht.

Zudem hätten laut Richard «grosse Player» ihre Spielkonzepte der Comlot zur vorgängigen Prüfung vorlegt. Die Migros verneint – bei Coop wollte man diese Aussage gegenüber «Espresso» nicht kommentieren.

(vst/aho)