Die Migros hat ihre Position als grösste Schweizer Detailhändlerin verteidigt. Ihr Umsatzwachstum fiel letztes Jahr allerdings mit plus 0,9 Prozent schwächer aus als bei Coop mit 1,4 Prozent. Während der Onlinehandel floriert, leiden die Non-Foodbereiche unter sinkenden Preisen.

Das erste Jahrsresultat, das der neue Migros-Chef Fabrice Zumbrunnen am Mittwoch bekannt gab, ist von anhaltendem Preisdruck und der Verlagerung in den Onlinehandel geprägt. Das bescheidene Wachstum von 0,9 Prozent auf 23,5 Milliarden Franken ist vor dem Hintergrund eines stagnierenden Schweizer Detailhandelsmarktes zu sehen.

Migros sieht keinen Vorteil durch schwächeren Franken

Die Migros sieht keinen merklichen Einfluss des schwächeren Frankens. Über allfällige Veränderungen im Einkaufstourismus konnte sie keine Angaben machen. Auch weil man nicht erheben könne, ob die Konsumenten statt ennet der Grenze vermehrt online einkauften, sagte Migros-Sprecher Luzi Weber.

Fakt ist: vor allem im Non-Foodbereich erodierten die Preise weiter. In den Migros-Fachmärkten Micasa, SportXX, Melectronics, Do it + Garden und OBI wurden die Preise durchschnittlich um 2,7 Prozent gesenkt. Es ist dem Ausbau der Fachmarkt-Online-Shops und deren Umsatzplus von 25 Prozent zu verdanken, dass das nominale Wachstum der Fachmärkte insgesamt 0,9 Prozent erreichte. Insgesamt setzte diese Sparte 1,6 Milliarden Franken um.

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Coop bleibt Nummer zwei

Der E-Commerce ist denn auch der wichtigste Umsatztreiber der Migros-Gruppe. Die Gruppe legte 1 Prozent auf 28 Milliarden Franken zu. Sie wird damit zwar auf Gruppen-Ebene zum zweiten Mal in Folge von Konkurrentin Coop (Umsatz 2017: 29,2 Milliarden Franken) abgehängt. Doch im Online-Handel bleibt Migros mit einem Umsatzzuwachs von 5,1 Prozent auf 1,95 Milliarden Franken die Marktführerin.

Den grösstem Umsatzanteil steuern die zehn Migros-Genossenschaften im In- und Ausland mit 15,5 Milliarden Franken (minus 0,5 Prozent) bei. Die Auslandgenossenschaften schnitten dank dem deutlichen Wachstum der deutschen Supermarktkette Tegut von 3,7 Prozent insgesamt mit einem Plus von 2,6 Prozent ab. Dies, obwohl der Umsatz von Migros France 6,4 Prozent schrumpfte.

Denner überschreitet 3-Milliarden-Grenze

Deutlich über dem Markt wuchs Discounter-Tochter Denner (3,1 Prozent). Sie überschritt erstmals die 3 Milliarden-Grenze (exakt: 3,05 Milliarden Franken). Zu den wachsenden Töchtern zählen zudem Migrol (+9,3 Prozent), Migrolino (+11,3 Prozent) und Onlinehändler Digitec Galaxus (+18,5 Prozent) mit bereits 834 Millionen Franken Umsatz.

Sorgentöchter bleiben die von Restrukturierungen betroffene Globus (minus 2,5 Prozent) und Ex Libris (minus 3 Prozent) sowie Interio (minus 8 Prozent). Dass der Onlinehändler LeShop um 0,5 Prozent schrumpfte, ist auf die Schliessung der beiden Drive-Standorte zurückzuführen.

Zuverlässig und mit 3,6 Prozent überdurchschnittlich zugelegt haben die Umwelt- und Regionallabels. Sie steuerten 4 Milliarden zum Umsatz bei. Das Verkaufsnetz der Migros wuchs um 16 auf 701 Standorte.

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Migros-Produktion auf Expansionkurs

Die M-Industrie konnte ihre Marktstellung im In- und Ausland weiter ausbauen, wie es heisst. Der Umsatz erhöhte sich um 2,1 Prozent auf 6,522 Milliarden Franken.

Die Reisetochter Hotelplan wuchs trotz negativen Währungseffekten und schwierigen Ereignissen in einigen Kerndestinationen bereinigt um 1,2 Prozent (1,2 Milliarden Franken). Allerdings lag der Nettoumsatz der Gruppe wegen dem Verkauf von Hotelplan Italia und dem schwächeren britischen Pfund 5,6 Prozent unter dem Vorjahr.

(sda/me)