Migros-Chef Herbert Bolliger hat weitere Preissenkungen in Aussicht gestellt. Potenzial gebe es noch in der Unterhaltungselektronik, bei Sportartikeln und Spielwaren, sagte Bolliger in einem am Samstag veröffentlichten Interview mit der «Berner Zeitung».

«Es wird sicher noch eine Runde geben. Entweder nächste oder übernächste Woche.» Der Detailhändler hat bisher in zwei Schritten die Preise von Markenartikeln gesenkt und damit auf den starken Franken reagiert. Vorangegangen waren den Preissenkungen Verhandlungen mit den Lieferanten.

«Wir haben die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen», sagte Bolliger. Bei einzelnen Produkten habe man ein Zeichen gesetzt und den Preis gesenkt, «bevor wir tiefere Einstandspreise hatten». Dies in Erwartung von besseren Konditionen vonseiten der Lieferanten.

Der Konkurrent Coop hatte als Reaktion auf den starken Franken mehrere Artikel aus den Regalen genommen. «Mit einem Boykott zu drohen ist jeweils eine letzte Massnahme, wenn gar kein Zeichen kommt», sagte Bolliger. Die meisten Lieferanten hätten die Situation aber «rasch begriffen».

Mit Blick in die nahe Zukunft bleibt Bolliger zurückhaltend: «Im Detailhandel haben wir ein hartes zweites Halbjahr vor uns.» Die Migros liege beim Umsatz unter den Vorjahreswerten. «Das dürfte sich bis Ende Jahr kaum ändern.»

(rcv/sda)