Die Krise vieler US-Zeitungen lockt Investoren von aussen an. Nachdem Starinvestor Warren Buffett mehrere Dutzend Blätter übernommen hat, ist nun auch bei Industriemagnat Charles Koch das Interesse fürs Gedruckte erwacht. 

Es gebe eine Nachfrage nach richtigen Nachrichten, sagte er als einer der reichsten Männer der Welt dem «Wall Street Journal». Die Aussage hat in den USA für Aufsehen gesorgt. Charles Koch und sein Bruder David gelten als konservativ. Sie kontrollieren das Konglomerat Koch Industries, das unter anderem im Raffinerie- und Chemiegeschäft tätig ist. 

Koch erklärte in dem Interview, dass es ihm nicht darum gehe, eine Plattform für seine eigene politische Meinung zu schaffen. «Wenn wir in die Medien einsteigen, muss sich das selbst tragen und sich wirtschaftlich lohnen.» Ein mögliches Ziel wäre die Tribune Company, zu der die renommierten Titel «Chicago Tribune» und «Los Angeles Times» gehören. Auch der «Boston Globe» steht zum Verkauf, der zum Verlag der «New York Times» gehört. Grosse Summen will der 77-Jährige nach eigenem Bekunden aber nicht investieren. «Wir rechnen damit, dass die Printmedien weiter schrumpfen.»

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Der Finanzdienstleister Bloomberg schätzt das Vermögen der Brüder auf je 43,3 Milliarden Dollar. In einer ähnlichen Liga spielt Warren Buffett. Er hatte über seine Investmentholding Berkshire Hathaway rund 70 lokale Blätter übernommen und dabei betont, er wolle Geld verdienen. Der 82-Jährige Buffett ist ein alter Hase im Mediengeschäft: Er verdiente sein erstes Geld als Zeitungsverträger, besitzt seit langem die «Buffalo News» und ist Grossaktionär der «Washington Post». 

(muv/sda)