Der Energiekonzern Alpiq sieht aufgrund der «anhaltend schwierigen Marktbedingungen und der tief greifenden Veränderungen der europäischen Energielandschaft» weiteren Anpassungsbedarf. Das Unternehmen will sich - wie bereits angekündigt - noch stärker auf das Kerngeschäft fokussieren, die Organisation weiter vereinfachen und sieht Kosteneinsparungen in Höhe von mehr als 100 Millionen Franken pro Jahr ab Ende 2014 vor. Die Fokussierung führe auch zu Wertberichtigungen in Höhe von rund 1,4 Milliarden Franken, heisst es in einer Mitteilung. 

Diese werden im Geschäftsjahr 2012 zu einem deutlichen Verlust führen. Zusätzliche Massnahmen werden derzeit geprüft, dazu gehört - wie bereits vor gut einer Woche kommuniziert - auch eine mögliche Kapitalerhöhung.

Als Folge diverser Devestitionen bereits in den letzten Monaten und im Zuge der Fokussierung werde Alpiq die Organisation vereinfachen und funktional ausrichten, heisst es.

Die ab dem 1. Januar 2013 geltende Unternehmensstruktur von Alpiq orientiere sich mit den drei Geschäftsbereichen Generation (Erzeugung), Commerce & Trading (Vermarktung & Handel) und Energy Services (Energiedienstleistungen) an der Wertschöpfungskette. Prozesse und Systeme würden entsprechend angepasst.

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Auch Welschschweiz betroffen

Der Energiekonzern Romande Energie ist von den von Alpiq bekanntgegebenen Wertberichtigungen ebenfalls betroffen. Diese würden das Finanzergebnis 2012 negativ beeinflussen, teilte Romande Energie mit.

Romande Energie hält knapp 29 Prozent an der EOS Holding, welche wiederum mit einer Beteiligung von 31,4 Prozent Aktionärin von Alpiq ist, erklärt das Westschweizer Energieunternehmen die Verbindung.

Romande Energie will nun die Auswirkungen der Ankündigung von Alpiq auf den Wert ihrer Beteiligung an EOS analysieren. Diese Wertabnahme werde indes einen «beträchtlichen negativen» Einfluss auf den Jahresabschluss 2012 haben.

(awp/chb/vst)