In den Bilanzen von Schweizer SMI-Unternehmen schlummern mehr als 100 Milliarden Franken an Goodwill aus vergangenen Zukäufen. Dieser Betrag ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen.

Experten sorgen sich wegen dieser Entwicklung. «Alle paar Jahre bauen sich da Blasen auf», so Peter Leibfried, Direktor des Instituts für Accounting, Controlling und Auditing an der Uni St. Gallen.

Riskante Wette

Ein hoher Goodwill in der Bilanz birgt das Risiko, dass sich nach einer Wertberichtigung der Gewinn schmälert oder dass sogar ein Verlust resultiert und der Aktienkurs leidet – wie zuletzt bei der Credit Suisse. Ein Goodwill-Abschreiber in der Höhe von 3,8 Milliarden Franken auf die 2000 gekaufte Investmentbank DLJ drückte die Grossbank im Jahr 2015 in die roten Zahlen.

Der Goodwill gibt die Differenz zwischen dem Kaufpreis eines Unternehmens und seinem Eigenkapital an. Er zeigt den Preis, den eine Firma für eine andere zu zahlen bereit ist, weil sie an hohe Erträge aus dem Kauf glaubt. Oder, einfacher gesagt: Goodwill ist die Wette darauf, dass ein Kauf sich auch wirklich lohnt und in Zukunft höhere Erträge abwirft. Wenn das Wirtschaftsumfeld oder ein Führungswechsel die mittel- oder langfristigen Businesspläne eines Unternehmens beeinflussen, gehen diese Wetten manchmal nicht mehr auf.

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