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Milliarden-Deal: Swiss Re kauft auf der Insel zu

Swiss Re: Die Tochter Admin Re kauft die britische Guardian Financial Services. Keystone

Der SMI-Konzern Swiss Re gibt über zwei Milliarden Franken für eine britische Finanzgesellschaft aus. Einige Analysten loben den Deal. Die Aktien der Schweizer zeigen sich dennoch kaum verändert.

Veröffentlicht am 23.09.2015

Die Aktien von Swiss Re haben im frühen Handel nach der angekündigten Übernahme von Guardian Financial Services für 2,4 Milliarden Franken keine grossen Sprünge gemacht. Um 10 Uhr notierten die Swiss-Re-Papiere 0,12 Prozent im Minus bei 82,25 Franken. Der Gesamtmarkt (SMI) notierte derweil kaum verändert bei 0,1 Prozent im Plus.

In ersten Analystenkommentaren wird der Deal gelobt. «Insgesamt liest sich die Transaktion vernünftig und solide, das Geschäft mit der Abwicklung von Policen erfährt eine Stärkung», schreibt ZKB-Analyst Georg Marti. Der Kauf von Guardian Financial Services sei unter anderem wegen der Diversifikation sinnvoll, meint auch Stefan Schürmann von der Bank Vontobel. Er rechnet mit einem positivem Effekt auf den Reingewinn in der Höhe von 5 bis 10 Prozent ab 2017.

Mögliche Zweifel bei Investoren

Etwas kritischer ist Daniel Bischof von Baader Helvea. Der Deal scheine ihm zwar betriebswirtschaftlich sinnvoll und passe zu den strategischen Zielen der Sparte Admin Re. Dieser Geschäftsbereich habe aber einen ziemlich durchzogenen Erfolgsausweis. «Es könnte unter den Investoren deshalb Zweifel geben, wie nachhaltig die Profitabilität dieser Transaktion einzuschätzen ist.»

Swiss Re teilte am Mittwoch mit, das britische Unternehmen Guardian Financial Services kaufen zu wollen. Das Unternehmen wird für 1,6 Milliarden Pfund (rund 2,4 Milliarden Franken) von der Private-Equity-Gesellschaft Cinven übernommen und soll die Rentabilität der Sparte Admin Re stärken.

Sparte nur noch in Grossbritannien tätig.

Mit der Übernahme wechselten 900'000 Lebens- und Renten-Policen aus Grossbritannien und Irland in den Bestand von Swiss Re, teilt das Unternehmen mit. Das Unternehmen werde damit die Position der Sparte Admin Re als ein führender Anbieter für die Abwicklung geschlossener Lebensversicherungsportefeuilles in Grossbritannien mit nun über 4 Millionen Policen stärken.

Admin Re erwirbt Versicherungsgeschäfte und wickelt sie dann ab. Die Sparte ist seit dem Rückzug aus den USA nur noch in Grossbritannien tätig.

Höhere Eigenkapitalrendite

Die Übernahme soll zudem zu einer signifikant höheren Cash-Generierung und Eigenkapitalrentabilität führen, wie es weiter heisst. Es sei zudem mit Synergien zu rechnen, wobei diese allerdings nicht beziffert werden. Der Abschluss der Transaktion sei im frühen Jahr 2016 zu erwarten, schreibt Swiss Re weiter. Dem Deal müssen allerdings noch die Wettbewerbsbehörden zustimmen.

«Die Übernahme ist eine ausgezeichnete Möglichkeit für Admin Re, das Geschäft zu vergrössern und das Portfolio zu diversifizieren», wird, Swiss-Re-CEO Michel Liès in der Mitteilung zitiert. Die Übernahme unterstreiche die Ambition des Konzerns, mit Admin Re in Grossbritannien profitabel zu wachsen.

«Komfortabel über der Risikotoleranz»

Die Übernahme wird ausserdem als attraktive Möglichkeit bezeichnet, einen Teil des überschüssigen Kapitals über dem Niveau der konzernweit angepeilten Eigenkapitalrendite (ROE) von 11 Prozent einzusetzen. «Diese Akquisition passt damit zu den strategischen Zielen von Admin Re und unserer finanziellen Mehrjahresplanung», lässt sich CFO David Cole zitieren.

Der Konzern bleibe trotz dieser Übernahme gut kapitalisiert und die Solvabilität verharre «komfortabel über der Risikotoleranz», wird gleichzeitig betont. Auch ändere die Übernahme nichts am bewilligten Aktienrückkaufprogramm. Laut Admin-Re-Chef Bob Ratcliffe sind weitere Übernahmen denkbar.

In einem ersten Analystenkommentar der Bank Vontobel wird der Deal gelobt. Er sei unter anderem wegen der Diversifikation sinnvoll. Und es sei ein positiver Effekt auf den Reingewinn in der Höhe von 5 Prozent bis 10 Prozent ab 2017 zu erwarten.

Für Erstversicherer wird Kapital frei

Seit den 1990er Jahren verwaltet Swiss Re über die Abteilung Admin Re Lebens- und Krankenversicherungsprodukte, die von Erstversicherern nicht mehr verkauft werden. Für einen Erstversicherer besteht der Vorteil einer solchen Transaktion darin, dass Kapital frei wird, das zur Unterlegung der Policen benötigt wurde. Der Rückversicherer versucht, dieses Geschäft mit den Policen-Blocks mit möglichst wenigen Kosten abzuwickeln.

(awp/ise)

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