Ein Milliarden-Auftrag des Marineschiffbaus macht dem angeschlagenen Industriekonzern ThyssenKrupp neuen Mut: Der Stadtstaat Singapur bestellte zwei U-Boote, wie das im Dax notierte Unternehmen am Montag in Essen mitteilte. Zum Preis machte das Unternehmen keine Angaben.

Die Bundesregierung übernimmt für den Auftrag aber eine Exportgarantie in Höhe von etwa 1,7 Milliarden Euro, wie der FDP-Politiker Jürgen Koppelin am Montag auf Anfrage sagte. Er bestätigte damit Medienberichte vom Sommer über eine entsprechende Unterrichtung des Haushaltsausschusses. Koppelin war bis zum Ende der Legislaturperiode Bundestagsabgeordneter und Obmann seiner Fraktion im Haushaltsausschuss.

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Beschäftigung sichern

Die Schiffe werden in Kiel gebaut und dürften dort über Jahre die Beschäftigung sichern. Sie erhalten «ein aussenluftunabhängiges Antriebssystem» (Brennstoffzellen). Das Design der neuen Boote sei so auf die Kundenbedürfnisse zugeschnitten, «dass es zusätzliches Equipment für gegenwärtige und zukünftige operationelle Anforderungen aufnehmen wird», hiess es. Besondere Aufmerksamkeit gelte dem Führungs- und Waffenleitsystem dieser U-Boote. In der Vergangenheit hatte ThyssenKrupp bereits gebrauchte U-Boote der schwedischen Marine für Singapur umgebaut.

Der neue Auftrag stärke die Position «als Weltmarktführer im Bereich der konventionellen, nicht nuklear angetriebenen U-Boote», sagte der Chef der Marinesparte bei ThyssenKrupp, Hans Christoph Atzpodien. «Der Vertrag sichert nicht nur Beschäftigung bei ThyssenKrupp Marine Systems, sondern auch mehrere hundert Jobs bei zugehörigen Unterauftragnehmern.» Der Konzern hatte erst am Wochenende erneut einen Milliarden-Verlust gemeldet und eine Kapitalerhöhung angekündigt.

(awp/rcv/vst)