Bayer kauft die Sparte für rezeptfreie Medikamente von US-Pharmakonzern Merck und stemmt damit den zweitgrössten Zukauf seiner Firmengeschichte. Der Kaufpreis liegt bei 14,2 Milliarden Dollar (rund 12,4 Milliarden Franken). Das gibt der deutsche Pharmariese in einer Mitteilung bekannt.

«Mit dieser Transaktion erwerben wir führende Produktmarken, die Bayer zum OTC-Marktführer in Nord- und Lateinamerika machen», sagte Bayer-HealthCare-Chef Olivier Brandicourt. Mit der Übernahme wird Bayer die Nummer zwei weltweit im Bereich rezeptfreie Medikamente.

Bereits zuvor war öffentlich geworden, dass Merck und Bayer kurz vor dem Abschluss der Transaktion stehen. Beide Pharmakonzerne hatten im Vorfeld Auskunft zu den Verhandlungen verweigert.

Marktführerschaft angestrebt

Der britische Konsumgüterkonzern Reckitt Benckiser hatte sich wenige Tage zuvor überraschend aus dem Bieterrennen zurückgezogen. Mit der Kehrtwende der Briten waren die Chancen für Bayer gestiegen, den Zuschlag zu bekommen.

Die Sparte der rezeptfreien Medikamente von Merck umfasst Dr. Scholl's-Fusspflegeprodukte, Coppertone-Sonnencremes und das Allergiemittel Claritin. Bayer ist mit Präparaten wie Aspirin, Alka Seltzer und dem Magenmittel Rennie bereits eine internationale Grösse im Geschäft mit rezeptfreien Arzneien und Gesundheitsprodukten.

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Der Konzern hat sich die weltweite Branchenführerschaft in dem Bereich zum Ziel gesetzt. Aktuell ist das der US-Konzern Johnson & Johnson. Die Merck-Sparte war bei vielen Konkurrenten auf grosses Interesse gestossen. Auch Novartis, Procter & Gamble, Boehringer Ingelheim und Sanofi sollen laut früheren Informationen von Insidern Interesse haben.

Bayer geht zudem eine strategische Pharma-Partnerschaft mit Merck & Co im Feld so genannter sGC-Modulatoren ein, die bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine Rolle spielen.

(me, mit Material von reuters, sda)