1. Home
  2. Milliardengewinn bei der UBS erwartet

Prognose
Milliardengewinn bei der UBS erwartet

UBS-Chef Sergio Ermotti: Analysten interessiert morgen vor allem die Vermögensverwatlung. Keystone

Morgen legt die Grossbank die Zahlen für die ersten drei Monate des laufenden Jahres vor. Analysten erwarten im Gegensatz zum Vorquartal ein gutes Ergebnis. Im Fokus steht vor allem der Umbau der UBS.

Veröffentlicht am 04.05.2015

Die Grossbank UBS publiziert am Dienstag, 5. Mai, das Geschäftsergebnis für das erste Quartal 2015. Laut Konsens der Nachrichtenagentur AWP, der sich auf die Schätzung von neun Analysten stützt, liegt der Geschäftsertrag bei 7,6 Milliarden Franken, das Konzernergebnis bei 1,1 Milliarden Franken.

Der Konzerngewinn vor Steuern wird von den Experten mit rund 1,5 Milliarden Franken beziffert. Davon trägt die Investment Bank gut 520 Millionen, die Vermögensverwaltung 708 Millionen Franken. Der Rest steuert das Wealth Management Americas mit 262 Millionen Franken bei.

Umbau im Fokus

Seit die UBS im Spätherbst 2012 den (beschleunigten) Umbau der Bank - vermehrter Fokus auf Wealth Management, Reduktion des Investment Bankings - kommuniziert hat, interessiert Marktteilnehmer jeweils, wie weit sie auf dem Weg dorthin schon fortgeschritten ist. Auch wenn die Ziele noch nicht alle erreicht sind, erklärte CEO Sergio Ermotti den Umbau der Bank im Februar (Bekanntgabe Jahreszahlen 2014) als beendet.

Er verwies dabei auf die deutliche Reduktion der risikogewichteten Aktiven (RWA) seit 2011/12 und die stark verbesserte Kapitalisierung. VR-Präsident Axel Weber relativierte diese Aussagen vor kurzem etwas, indem er in einem Interview (NZZ) sagte, der Umbau sei zwar schon weit voran gekommen, aber man sei noch nicht überall am Ziel.

Er bezog sich dabei aber vor allem auf die rechtliche und organisatorische Neupositionierung und weniger auf die Anpassung des Geschäftsmodells. Insofern werden Aussagen zur gesamten Reorganisation durchaus auch dieses Mal auf das Interesse der Investoren stossen.

Gute Zahlen erwartet

Die eigentlichen Geschäftszahlen sollten gemäss den Analystenschätzungne im Vergleich zum Vorquartal bzw. zum Vorjahrsquartal relativ gut ausfallen. Das Hauptgeschäft Wealth Management (WM) dürfte zwar weiter unter den tiefen Zinsen gelitten haben, allerdings sollte die insgesamt gute Börsenstimmung für Mehrertrag gesorgt haben. Hier liegt das Interesse vor allem auch auf der Entwicklung der (Netto-)Neugelder und der Bruttomarge, wobei die Zielgrösse für letztere im Februar gestrichen wurde.

Die Investmentbank dürfte gemäss den bereits bekannten Zahlen der Konkurrenz im ersten Quartal ebenfalls relativ gut abgeschnitten haben. Da die Bedeutung dieses Teils der Bank aber gesenkt wurde, ist das Ergebnis für Investoren weniger stark im Fokus.

UBS gibt sich optimistisch

Die Bank selber gab sich im Februar relativ optimistisch und sprach von einem «guten Start» ins 2015, wobei es allerdings noch zu früh sei für eine definitive Beurteilung. «Die Stärke des Schweizer Frankens gegenüber anderen Währungen sowie die Negativzinsen in der Eurozone und der Schweiz setzen die Profitabilität der Bank unter Druck», hiess es. Ein spezieller Fokus der Investoren wird entsprechend den genaueren Auswirkungen des Mindestkurs-Entscheides der SNB von Mitte Januar auf die einzelnen Geschäftsfelder gelten.

Die Bank hat sich zusammen mit der Ankündigung des grossen Umbaus im November 2012 neue Ziele gesetzt und diese zuletzt mit den Jahreszahlen 2014 im Februar angepasst. Gesenkt wurde dabei u.a. das Ziel für Eigenkapitalrendite 2015, auch wurden die Brutto-Margenziele im Wealth-Management abgeschafft. Zum Eigenkapital sagte Weber im oben bereits erwähnten Interview, er glaube weiterhin daran, dass ein Wert von 15 Prozent Eigenkapitalrendite erreicht werden könne. Das sei aber kein Ziel für das nächste Quartal oder dieses Jahr.

Mega-Vergleich erwartet

Die UBS ist noch immer stark mit Altlasten beschäftigt. Am meisten interessiert derzeit der Fall um Manipulationen im Devisenhandel. Laut einem Bericht der «Financial Times» vom 21. April will das US-Justizministerium den Fall bald abschliessen, und zwar mit einem «Mega-Vergleich» mit fünf Grossbanken – inklusive der UBS.

Der Vergleich könnte Zahlungen der einzelnen Institute von bis zu 1 Milliarde Dollar umfassen, hiess es im gewöhnlich gut informierten britischen Blatt.

Dividende bei 75 Rappen

Vor einiger Zeit kündigte die Bankführung an, dass die Ausschüttungsquote bei 50 Prozent oder darüber zu liegen komme, sobald die Kapitalziele erreicht seien. Ende 2014 lag die CET1-Rate mit 13,4 Prozent leicht über dem Zielwert von 13 Prozent, entsprechend verdoppelte die Bank die Dividende auf 0,50 Franken beziehungsweise auf eine Ausschüttungsquote von 53 Prozent.

Da zudem im Zusammenhang mit der letztes Jahr neu geschaffenen Holdingstruktur weitere 0,25 Franken pro Aktie ausgeschüttet werden, können UBS-Aktionäre dieses Jahr insgesamt sogar mit 75 Rappen rechnen.

UBS-Aktie viel besser als SMI

Die Gesamtkapitalquote der Bank belief sich auf 18,9 Prozent, verglichen mit gut 17,5 Prozent, die bis 2019 voraussichtlich von der UBS verlangt werden. Die Leverage Ratio erreichte zuletzt 4,1 Prozent, nach 4,2 Prozent Ende September beziehungsweise 3,4 Prozent Ende 2013.

Die UBS-Aktie liegt beim gegenwärtigen Kurs von gut 19 Franken liegt rund 10 Prozent über dem Stand zum Jahresende 2014. Zum Vergleich: Der Aktienkurs der Konkurrentin Credit Suisse veränderte sich seither nicht, der Swiss Market Index (SM) legte gut 1 ein Prozent zu. Das Jahreshoch von 19,54 Franken stammt vom 24. April, im Nachgang zum SNB-Entscheid war das Papier bis auf einen Tiefstkurs von 13,58 Franken gefallen.

(awp/dbe)

Anzeige