Ein französisches Gericht hat die Klage des Geschäftsmannes Bernard Tapie gegen den Staat auf Zahlung von 1,2 Milliarden Euro im Zusammenhang mit dem Verkauf von Adidas im Jahr 1992 abgewiesen. Das Pariser Berufungsgericht verurteilte Tapie am Donnerstag vielmehr dazu, mehr als 400 Millionen Euro aus einer früheren Schlichtung des seit mehr als 20 Jahren andauernden Rechtsstreits zurückzuerstatten.

Das Gericht erklärte, Tapie sei nicht von Mitarbeitern einer staatseigenen Bank hintergangen worden. Nach Tapies Ansicht wurde er von dem heute nicht mehr bestehenden Institut Credit Lyonnais dazu gebracht, Adidas 1992 deutlich unter Wert zu verkaufen.

Luxuswohnungen beschlagnahmt

Der Anwalt des 72-jährigen Tapie, der sich auch Fussball- und Medienmanager sowie als Minister, Schauspieler und Talk-Show-Gastgeber einen Namen gemacht hat, bezeichnete das Urteil als Rechtsverweigerung. Es würden alle Optionen geprüft, um dagegen vorzugehen, sagte Anwalt Emmanuel Gaillard.

Finanzminister Michel Sapin dagegen begrüsste die Gerichtsentscheidung. Ein grosser Teil der von Tapie zurückzuzahlenden Summe könnte durch den Verkauf von Vermögenswerten zusammenkommen, darunter eine Luxuswohnung in Paris und eine in Saint-Tropez, die bereits beschlagnahmt wurde.

(reuters/me)