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Mobilität
Millionen-Deal: Spuhler liefert 14 Züge nach Bern

Peter Spuhler: Thurgauer Vorzeigeunternehmer. Keystone

Der Thurgauer Unternehmer Peter Spuhler liefert den Bernern Speed. Seine Firma Stadler Rail hat die Ausschreibung zur grössten Fahrzeugbeschaffung in der RBS-Geschichte gewonnen.

Veröffentlicht am 09.05.2016

Stadler darf die 14 neuen RBS-Züge fürs Worblental produzieren: Der Thurgauer Schienenfahrzeughersteller sicherte sich in einer öffentlichen Ausschreibung den Auftrag. Der RBS beziffert die Beschaffungskosten inklusive Ersatzteile auf 134 Millionen Franken.

Die neuen Züge sollen ab Ende 2018 auf der S7 zwischen Worb und Bern verkehren, wie der RBS mitteilte. Sie ersetzen die sogenannten «Mandarinli», die in die Jahre gekommen sind. Gegen welchen Hersteller sich Stadler durchsetzte, ist nicht bekannt.

Mehr Türen

Die Stadler-Züge werden auf der gesamten Länge von 60 Metern durchgängig sein. Weil es neu acht Türen pro Zug geben wird statt wie bisher sechs, können die Fahrgäste schneller ein- und aussteigen.

Auf der S7 sei das ein besonderer Vorteil, betont der RBS. Das «Zügli» durchs Worblental wird an Werktagen im Durchschnitt von 24'000 Fahrgästen benutzt und ist damit die nachfragestärkste Linie der gesamten S-Bahn Bern.

Kunden durften mitreden

In den neuen Stadler-Zügen wird es voraussichtlich 104 Sitzplätze und 360 Stehplätze geben. Beim Beschaffungsverfahren durften auch die RBS-Kunden mitreden. Sie machten davon im Herbst 2014 rege Gebrauch. Mehr als 600 Vorschläge gingen im Rahmen eines sogenannten Crowdsourcing ein. Viele Ideen betrafen den Ein- und Ausstieg. So wurde ein Countdown zum Schliessen der Türen angeregt, damit die Fahrgäste entspannter einsteigen können und genau wissen, wann der Zug abfährt.

Der RBS habe bei der Kundenbefragung «wertvolle Inputs» gewonnen, die direkt in die Ausschreibung eingeflossen seien, schreibt das Unternehmen. Auf die Anregungen werde auch in der nun folgenden Konzeptphase zurückgegriffen.

Grösste Beschaffung

Für den Regionalverkehr Bern-Solothurn ist es die bisher grösste Fahrzeugbeschaffung, wie Direktor Fabian Schmid im Communiqué festhält. «Wir freuen uns ausserordentlich, 14 massgeschneiderte Triebzüge entwickeln und bauen zu dürfen», erklärte Peter Spuhler, der Chef der Stadler Rail Group.

Die neuen Züge werden übrigens vollklimatisiert sein, was Pendler zwischen Bern und Worb an Hitzetagen freuen wird. In den über 40 Jahre alten «Mandarinli» kamen sie im Hochsommer zuweilen arg ins Schwitzen.

(awp/ise/chb)

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