Verbrennungsmotoren, sei dies nun ein Diesel oder ein Benziner, verursachen im Betrieb Emissionen. In den 60er-Jahren galten daher die Lastwagen noch als Umweltverpester, die mit einer Rauchwolke im Heck unterwegs waren. Davon kann heute keine Rede mehr sein. In den vergangenen 20 Jahren unternahmen alle Hersteller von Personenwagen und Nutzfahrzeugen immense Anstrengungen, um die Emissionen der Motoren auf ein Minimum zu reduzieren. Im Vergleich zu 1990 wurden mittlerweile die Emissionen (CO2, HC, NOx) sowie PM (Feinstaubpartikel) um über 90 Prozent reduziert. Gleichzeitig sind auch die Wirtschaftlichkeit des Nutzfahrzeuges und auch sein Sicherheitsniveau massiv verbessert worden.

Derzeit wenden die Nutzfahrzeughersteller Hunderte Millionen Euro auf, um die nochmals verschärfte Euro-6-Norm, welche für Neufahrzeuge Ende 2013 in Kraft tritt, erfüllen zu können. Mit dieser Norm steigt der Absenkungsgrad auf rund 97 Prozent. Damit ist ein Niveau erreicht, das physikalisch - und vor allem wirtschaftlich vertretbar - kaum mehr weiter reduziert werden kann. Dazu kommt, dass ein Euro-6-Motor verglichen mit einem, der Euro-0 erfüllt, exakt doppelt so teuer ist.

Angesichts der kaum mehr messbaren Absenkungen der Emissionen ist es wesentlich zielführender, wenn sich die Hersteller schwergewichtig auf den Treibstoffverbrauch und die CO2-Emissionen konzentrieren können. «Die Bemühungen, um den Verbrauch und damit die CO2-Emissionen weiter zu reduzieren, wären wesentlich sinnvoller als die weitere Verminderung von Partikeln und NOx, wo wir bereits bei äusserst geringen einstelligen Prozentwerten angelangt sind», stellt Georg Pachta-Reyhofen, CEO von MAN Truck & Bus, im Interview mit der «Handelszeitung» fest (siehe Seite 43).

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Beim Verbrauch wurden in jüngster Zeit ebenfalls deutliche Fortschritte erzielt. Ein moderner 40-Tonnen-Lastzug verbraucht bei deutlich reduzierten Emissionen, zahlreichen Sicherheitsausrüstungen und wesentlich leiseren Motoren rund ein Drittel weniger Diesel als sein Vorgänger in den 70er- und 80er-Jahren.

Sinnvoll wäre es deshalb, gezielte Initiativen zu ergreifen, um die zahlreichen älteren Fahrzeuge (Euro-0, Euro-1 und Euro-2) rasch aus dem Verkehr zu ziehen. Mit der gezielten Stilllegung älterer Fahrzeuge kann ein wesentlich gewichtigerer Beitrag an die Umweltentlastung geleistet werden als mit millionenteuren marginalen Absenkungsmassnahmen von NOx und PM. Es ist zu hoffen, dass sich diese Erkenntnis nun endlich auch bei den politischen Behörden durchsetzen wird.