Seit Monaten hat das Singapurer Unternehmen der Fifa kein Geld mehr überwiesen. Ein Liquidator wurde eingesetzt. Nun drohen dem Verband Verluste im zweistelligen Millionenbereich. Die Fifa bestätigt: «Ein beträchtlicher Teil der Lizenz-Einnahmen für die Weltmeisterschaft 2010 ist der Fifa von der Global Brands Group nicht bezahlt worden. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass die Fifa noch Geld erhält», heisst es bei der Medienstelle.

Die Gruppe mit einem Ableger in der Schweiz war die einzige direkte Lizenznehmerin der Fifa, um Produkte wie WM-Maskottchen oder T-Shirts zu verkaufen oder verkaufen zu lassen. Global Brands hätte das Geschäft mit Fifa-Artikeln auch für die nächste WM in Brasilien organisieren sollen. Wie es nun weitergeht, weiss man am Zürichberg noch nicht. Der Schaden sei angerichtet, sowohl finanziell wie auch bezüglich Reputation.

Gescheitert ist damit vorderhand auch das Projekt, Fifa als Modemarke zu etablieren. Global Brands hatte überall auf der Welt eigene Fifa-Shops eröffnet, mit Detailhändlern wie der amerikanischen Wal-Mart zusammengearbeitet und eigene Kleiderkollektionen entwerfen lassen. Mit dem Einstieg in die Modewelt sollten die Einnahmen der Fifa in den Jahren ohne Fussball-WM erhöht werden. «Im Licht der gegenwärtigen Situation wird die Fifa das Projekt überdenken», teilt der Verband mit. Erst danach entscheide man, ob und wie weitergemacht werden soll.

Gegen die leitenden Manager von Global Brands ist bei der Staatsanwaltschaft Zug inzwischen von privater Seite Strafanzeige eingereicht worden. Es geht unter anderem um Veruntreuung und Urkundenfälschung.

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