Gegen 91 Millionen US-Dollar überwies die Banco Schahin zwischen 2008 und 2010 an die Zürcher Filiale der Bank Clariden Leu, die 2011 von der Credit Suisse übernommen wurde.

Die Gelder wurden in der Schahin-Bilanz ausgewiesen, 2011 ging die Banco Schahin Konkurs – die Millionen in der Schweiz sind verschwunden. Das beschäftigt die brasilianische Bundespolizei. 

Veruntreuung und weitere Delikte

Gegenüber der brasilianischen Zeitung «Folha de S. Paulo» bestätigten Verantwortliche der Banco Schahin den Vorfall. Die Polizeibeamten gehen von zwei Annahmen aus: Entweder wurde das Konto benutzt, um Auslandsschulden zu zahlen. Oder es war ein Kredit an Clariden. In beiden Fällen geht es um Veruntreuung – weitere zehn Delikte werfen die Beamten der Spitze von Banco Schahin vor.

Die verschwundenen 91 Millionen US-Dollar entsprechen 68 Prozent des (fiktiven) Gewinns der Bank im Jahr 2010. Im April 2011 ging diese Konkurs, nachdem sie an die BMG-Gruppe verkauft worden war. Seither entdeckten die Buchprüfer immer grössere Löcher in der Kasse.

Verdacht seit 2004

Durch kreuzweise Verbuchungen mit anderen Banken und Krediten an Tochtergesellschaften schönigten die Banker von Schahin seit mindestens 2009 die Bilanz und täuschten so die Aufsicht. Seit 2004 verdichteten sich bei der brasilianischen Auftsichtsbehörde die Hinweise über illegale Operationen bei Schahin.

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Auf Anfrage von handelszeitung.ch erklärte ein Pressesprecher der Credit Suisse: «Zu allfälligen Kundenbeziehungen können wir grundsätzlich keine Aussagen machen.»