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Urteil
Millionenbusse für Kühne+Nagel

Flugzeugmodell: Kühne+Nagel war Teil eines Luftfracht-Kartells.   Keystone

Ein Gericht in Neuseeland verdonnerte das Logistikunternehmen zu einer hohen Strafe. Kühne+Nagel war Teil eines Kartells in der Luftfracht. Dabei ging es zu und her wie in einem Spionage-Thriller.

Von Sven Millischer
am 09.04.2014

Der grösste Schweizer Logistikkonzern ist in Neuseeland wegen Preisabsprachen zu einer Busse von umgerechnet rund 2,5 Millionen Franken verurteilt worden, wie die «Handelszeitung»  in ihrer neusten Ausgabe schreibt. Dies ordnete das höchste Gericht des Landes an, nachdem Kühne+Nagel ein Urteil der Wettbewerbshüter angefochten hatte. Gemäss Geschäftsbericht 2013 hat der Logistikkonzern mit Sitz in Schindellegi SZ keine Rückstellungen für das Antitrust-Verfahren gebildet.

Kühne+ Nagel wurde wegen ähnlichen Preisabsprachen in den USA bereits mit einer Busse über rund 1 Million Dollar belegt. Die EU verfügte eine Strafzahlung von 5,3 Millionen Euro.

«Gartenclub war ein klassichen Hardcore-Kartell»

Der Konzern war Teil des sogenannten «Gartenclubs»: «Ein klassiches Hardcore-Kartell», schreibt Mark Berry, Präsident der Wettbewerbskommission. Die Mitglieder hätten ausserhalb derBürozeiten Geheimtreffen organisiert und mit Codewörtern operiert, um dievereinbartenPreisabsprachen zu beschreiben. Die Frachtzuschläge zum Beispiel wurden gemäss E-Mail-Protokollen als «neue Preise für Spargel und Kürbis» ausgewiesen.

Auch gegen den Basler Logistiker Panalpina ermittelte die neuseeländische Wettbewerbskommission. Dies im Rahmen der sogenannten «Air AMS»-Absprachen. Panalpina einigte sich bereits 2011 mit den Behörden und zahlte damals rund zwei Millionen Franken.

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