Der Schaffhauser Ständerat Thomas Minder will in der Juni-Session einen Vorstoss zur Abschaffung der Stimmrechtsaktien einreichen. «Von der Aktionärsoligarchie zur Aktionärsdemokratie», lautet der Titel des geplanten Postulats. In Schweizer Publikumsgesellschaften herrsche, so Minder, ein Dickicht von Möglichkeiten zum Schutz von «Gross- und Ankeraktionären», wie Vinkulierungsbestimmungen, Stimmrechtsaktien, Eintragungshürden und Stimmrechtsbeschränkungen, Partizipationskapital, Genussscheine, Opting-out fürs öffentliche Übernahmeangebot und Squeeze-out.

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«Fragwürdige Blüten»

Ziel seines Vorstosses sei es, «mehr ‹One share, one vote›» zu prüfen, begründet Minder sein Postulat. Der Bundesrat soll dem Parlament aufzeigen, «ob und wie im Gesellschaftsrecht die Minderheitseigentümer besser zu schützen» seien.  «Analog zu den Exzessen bei den Top-Salären» gebe es «einige fragwürdige Blüten». Der Politiker fordert aber weder ein «dogmatisch-absolutes ‹One share, one vote› noch eine «zwingende, genuine ‹Einheitsaktie›». Minder, Vater der Abzocker-Initiative, greift damit auf der politischen Bühne in den Machtkampf um Bau-Spezialistin Sika ein. Mit nur 16 Prozent des Kapitals wollen die Erben 52 Prozent der Stimmen für 2,75 Milliarden Franken an die französische Saint-Gobain verkaufen.

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