«Innovationen sind seit Urzeiten ein fester Bestandteil unserer Firmenkultur», sagt Urs Rickenbacher, seit mehr als fünf Jahren CEO von Lantal, «schon Urs Baumann, mein Vorgänger und unser heutiger VRP, hat diese Kultur durch seinen Führungsstil geprägt.» Im Gegensatz zu früher wird heutzutage ein systematisches Innovationsmanagement betrieben. «Wir vermarkten und kommunizieren unsere Entwicklungen proaktiv.»

Wissen, woher man kommt

Rickenbacher fügt hinzu: «Als Textilunternehmen kann man nur überleben, wenn man sich auf eine Nische spezialisiert und sich über eine höhere Leistung von der Konkurrenz abhebt. Dabei war mir von Anfang an klar, dass dies nur mit Innovationen geht.» Kurze Zeit nach seinem Management Buyout 2004 habe er sich zur Zielsetzung gemacht, «mindestens eine grosse Innovation pro Jahr» auf den Markt zu bringen. «Deshalb konzentrieren wir uns seither voll auf den Transportbereich.» Inzwischen ist Lantal der «unangefochtene Weltmarktführer» für Innenausstattungen von Flugzeugen, mehr als 70% der Sitze werden mit Stoffen der Langenthaler überzogen.

Rickenbacher weiss aber: «Tradition, Kultur und Werte bilden die Grundvoraussetzungen für Innovationen. All diese Dinge waren bei Lantal immer da. Wir mussten sie nicht erfinden, sondern stimulieren.» Das Personal müsse wissen, woher es komme, damit ihre Forschung und Entwicklung nicht aufgesetzt oder künstlich wirke. Trotzdem brauche es Zielvorgaben mittels Abläufen und Strukturen. Diese fordernde Kombination aus Tradition und Erneuerung schulte man vor drei Jahren intensiv.

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Wissen, wohin man möchte

«Danach haben wir unsere Mitarbeitenden gefragt, was Innovation überhaupt heisst», erklärt Rickenbacher. Es stellte sich heraus, dass es zwei Arten gibt, nämlich Optimierungen (Innovationen im Kleinen) und Neuentwicklungen (Innovationen im Grossen). An beiden Themen werde bei Lantal permanent gearbeitet. «Nicht nur einmalige Weltneuheiten sind gefragt, auch verbesserte Produkte, Dienstleistungen und Prozesse.»

Es sind nicht nur die Durchbrüche, sondern auch die Verbesserungen, die Rickenbacher und sein Team freuen. «Seit der Lancierung der Vorgabe von einer Weltneuheit pro Jahr sind wir glücklicherweise noch nie gescheitert.» Rückschläge im Sinne von zeitlichen Verzögerungen habe es immer mal wieder gegeben, aber das sei normal.

Auch Fehler zu machen sei erlaubt (siehe Kasten). Rickenbacher ergänzt: «Man muss mutig sein, um innovativ zu sein. So, wie dies bei Lantal gemacht wird, habe ich das noch nirgends erlebt, aber natürlich konnte ich das davor auch noch nie so frei fördern.»