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Mindestlöhne sind für Swissmem kein Tabu mehr

Die Arbeitnehmer in der Industrie dürfen sich offenbar über Mindestlöhne freuen. (Bild: Keystone)

Die linksgerichteten Volksinitiativen, welche in den nächsten Monaten zur Abstimmung kommen werden, haben die Schweizer Wirtschaftselite offenbar zum Nachdenken gebracht.

Von Benita Vogel und Marcel Speiser
am 06.03.2013

In die bislang ergebnislosen Verhandlungen über den neuen Gesamtarbeitsvertrag in der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (Mem-GAV) kommt nach zwei Runden Bewegung: Wie Recherchen der «Handelszeitung» zeigen, holt sich der Arbeitgeberverband Swissmem derzeit bei den 600 Vertragsfirmen das Mandat, über Mindestlöhne verhandeln zu dürfen.

Ein Entscheid ist noch nicht gefallen. Swissmem signalisiert den Gewerkschaften damit Bereitschaft, über eine Kernforderung zu sprechen. Im Gegenzug haben die Gewerkschaften ihre Mitglieder um grünes Licht für Verhandlungen über den sogenannten Krisenartikel gebeten. Dieser regelt, dass in Krisenfällen in den Betrieben länger gearbeitet werden kann.

Die Gewerkschaften wollten ihn aus dem GAV kippen. Jetzt aber könnten sie mit der bestehenden Regelung leben, wenn die Arbeitgeber die Mindestlöhne akzeptierten. Das bestätigen mehrere Quellen. Offiziell äussern dazu will sich niemand. Die Parteien haben Stillschweigen vereinbart. Mitte März treffen sie sich zur dritten Verhandlungsrunde. Sie wird entscheidend. Denn schon im Mai soll ein Resultat auf dem Tisch liegen. Der neue GAV für 120 000 Arbeitende soll bereits am 1. Juli in Kraft treten.

Lesen Sie mehr zum Thema in der neuen Ausgabe der «Handelszeitung», ab Donnerstag an Ihrem Kiosk. 

 

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