Die persönlichen Präferenzen von Privatanlegern bestimmen sehr oft die Zusammenstellung ihrer Depots. Die Vorliebe für bestimmte Titel, Anlageregionen oder Branchen ist denn auch verständlich, ist aber mit grossen Risiken verbunden. Der Grund: Der Erfolg hängt zu stark davon ab, ob das Marktumfeld für die gewählten Titel gerade günstig war oder nicht. Eine sorgfältige Asset Allocation umfasst nicht nur die Aufteilung des Vermögens auf verschiedene Anlageklassen, sondern erfordert innerhalb dieser Klassen eine weitere Unterteilung nach Regionen, Branchen, Bonitäten, Währungen oder Segmenten. Nur dadurch ist gewährleistet, dass ein Portfolio durch immer wieder auftretende Baissen nicht zu starke Verluste erleidet.

Die wohl gängigste Form der Asset Allocation ist die Unterteilung in Aktien, Obligationen, Liquidität (Bankkonti, Geldmarktpapiere, kurz laufende Obligationen), Immobilien sowie alternative Anlagen. Zu Letzteren werden meistens Rohstoffe, Hedge-Fonds und Private Equity gezählt. Je nachdem werden aber auch Immobilien oder Wandelobligationen der Kategorie der alternativen Anlagen zugerechnet. Die grossen Anlageklassen Aktien und Obligationen lassen sich zudem weiter unterteilen. Bei einer ausgewogenen Anlagestrategie werden auch alternative Anlagen wie etwa Immobilien oder Hedge-Fonds einbezogen.

Asset Allocation

Nicht Teil der Asset Allocation ist nach Einschätzung von Experten das selbstgenutzte Wohneigentum. Auch Schmuck, Kunst und andere Sammelgegenstände gehören nicht dazu. Dies gilt auch für die Vorsorgegelder in der 2. (Pensionskasse) und 3. Säule (private Vorsorge).

Die strategische Asset Allocation wird unabhängig von der Marktentwicklung mit langfristiger Perspektive festgelegt. Sie wird weder durch Erfolge oder Misserfolge einzelner Unternehmen noch durch Markteinschätzungen beeinflusst. Die taktische Asset Allocation ist im Gegensatz dazu kurzfristig ausgerichtet. Um Chancen an den Märkten zu nutzen oder Risiken zu begrenzen, kommt es zu Umschichtungen im Portfolio. Die kurzfristige Unter- oder Übergewichtung einzelner Teile des Portfolios geschieht aufgrund aktueller wirtschaftlicher oder politischer Entwicklungen sowie unter Berücksichtigung der Situation an den Finanzmärkten.

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Professionelles Management

All diese Entwicklungen stets im Auge zu behalten, erfordert jedoch eine Menge Zeit sowie gute Kenntnisse darüber, wie die Finanz-, Immobilien- und Rohstoffmärkte funktionieren. Viele Anleger werden deshalb diese Aufgaben an ihre Bank oder einen Vermögensverwalter delegieren. Eine professionelle Asset Allocation in einem Produkt bieten die Anlagestrategiefonds, die auch Portfoliofonds oder gemischte Fonds genannt werden. Je nach Risikoprofil des Anlegers haben solche Fonds einen Aktienanteil, der unterschiedlich ist. Ist die individuelle Strategie einmal gewählt, braucht sich ein Anleger grundsätzlich nicht mehr um einzelne Anlageentscheide zu kümmern.

Da die Wertentwicklung der einzelnen Anlageklassen nicht gleichmässig verläuft, verändert sich über die Zeit hinweg die einmal festgelegte Asset Allocation. Deshalb empfiehlt es sich, diese zum Beispiel alle zwei bis drei Jahre zu überprüfen. Haben sich Risikofähigkeit und Risikobereitschaft geändert, ist eine Anpassung der Asset Allocation nötig. Ist dies nicht der Fall, sollte man versuchen, sich den zu Beginn gewählten Gewichtungen wieder anzunähern.