Die Übernahme der Notenstein Privatbank durch die Raiffeisen-Gruppe führt zu Unstimmigkeiten in der Kooperation von Raiffeisen und der Bank Vontobel. Die Frage, ob die Notenstein ebenfalls der Kooperationsvereinbarung unterstellt werden soll, soll nun in einem neutralen Schiedsverfahren geklärt werden. Der Entscheid des Schiedsgerichts sei von beiden Parteien zu akzeptieren, heisst es in einer Mitteilung der Bank Vontobel vom Mittwochabend.

Raiffeisen habe mit dem Kauf der Notenstein Privatbank AG im Januar 2012 eine neue Gruppengesellschaft in die laufende Kooperation eingebracht, schreibt die Zürcher Privatbank. In Bezug auf die Vertragsauslegung in der «Notenstein-Frage» hätten sich die beiden Parteien aber bis dato nicht auf ein gemeinsames Verständnis einigen können.

Auf Betreiben von Vontobel werde nun das neutrale Schiedsverfahren - das im Kooperationsvertrag explizit für den Fall solcher Differenzen vorgesehen sei - die Frage klären, in welcher Konsequenz der Kooperationsvertrag auch für die Notenstein zur Anwendung komme. Die bisherige Zusammenarbeit der beiden Banken bleibe von dieser Frage unberührt, betont Vontobel: «Der erfolgreichen und partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit der Raiffeisen Gruppe und den einzelnen Raiffeisenbanken sind und bleiben wir vertragsgetreu voll und ganz verpflichtet.»

Im Rahmen des bis 2017 gültigen Kooperationsvertrages agiert Vontobel als Kompetenzzentrum für das Anlagegeschäft von Raiffeisen und hat auch die Wertschriftenabwicklung und -verwaltung von Raiffeisen übernommen. Im Rahmen der Kooperation hat sich Raiffeisen zudem mit einem Anteil von 12,5 Prozent an der Vontobel beteiligt.

(jev/awp)

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